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Indien findet verlorenen Mond-Lander Vikram wieder

09.09.2019 | 12:36 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Kurz vor der Landung auf dem Mond riss der Kontakt zu Indiens Mond-Lander Vikram ab. Jetzt hat der begleitende Orbiter den verlorenen Lander auf der Mondoberfläche entdeckt.

Indiens Orbiter, der den Mond umkreist, hat den verlorenen Mond-Lander Vikram entdeckt und ein Wärmebild davon aufgenommen. Dieses Foto haben die Inder aber noch nicht veröffentlicht. Bisher konnte die indische Raumfahrtbehörde aber keinen Funkkontakt zum Mond-Lander herstellen, wie Space.com berichtet. Indien will aber mindestens 14 Tage lang noch versuchen, den Kontakt wieder aufzunehmen. Die indische Raumfahrtbehörde äußerte sich nicht dazu, ob und welche Beschädigungen sie an dem Lander feststellen konnte.

Indiens Versuch, in der Nacht von Freitag (6.9.) auf Samstag (7.9.2019) einen Lander mit einem Rover auf der Mondoberfl√§che abzusetzen, ist nach der Entdeckung des Landers also noch nicht v√∂llig gescheitert. Die indische Raumfahrtorganisation hatte wenige Minuten vor der Landung den Funkkontakt zur Mondsonde verloren. Die letzten empfangenen Daten zeigen, dass der Lander etwas vom berechneten Kurs abgekommen war. Als der Funkkontakt abbrach, befand sich Vikram rund 2,1 Kilometer √ľber der Mondoberfl√§che.

Ziel von Indiens Mondmission: Die Mondsonde Chandrayaan-2 sollte den Lander Vikram am S√ľdpol des Mondes absetzen. Im Vikram ist ein fahrbarer Mondrover integriert, der den Namen Pragyan tr√§gt. Pragyan sollte anschlie√üend auf dem Mond herumfahren und die Mondoberfl√§che erforschen.

Die Chandrayaan-2-Mission ist Indiens erster Versuch, auf dem Mond zu landen. Die vor Jahren vorausgegangene Chandrayaan-1-Sonde hatte den Mond nur umrundet. Wäre die Landung erfolgreich gewesen, dann wäre Indien der vierte Staat gewesen, der ein Raumschiff auf dem Mond landen konnte. Bisher schafften das nur die USA, Russland (damals noch die Sowjetunion) und zuletzt auch China.

Der Lander befindet sich in der N√§he des Mond-S√ľdpols. Am Mond-S√ľdpol vermuten die Wissenschaftler erhebliche Mengen an Eis, beispielsweise in tiefen Kratern, wo sie nicht vom Sonnenlicht erw√§rmt werden.

Die Mission w√§re aber auch dann, wenn sich der Lander nicht mehr in Betrieb nehmen l√§sst, kein v√∂lliger Fehlschlag. Denn die Sonde Chandrayaan-2 hat auch den bereits erw√§hnten Orbiter ausgesetzt, der den Mond nach wie vor umrundet ‚Äď und jetzt eben den Lander auf der Mondoberfl√§che entdeckt hat. Nach der derzeitigen Planung soll der Orbiter ein Jahr lang den Mond umrunden und dabei die Mondoberfl√§che mit Kameras, Messinstrumenten und R√∂ntgenstrahlen untersuchen.

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