955720

Info: Das passende System

19.09.2006 | 14:55 Uhr |

Info: Das passende System

So unterschiedlich die Vor- und Nachteile der drei beziehungsweise vier Objektivgruppen sind, so klar lassen sie sich auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders zuweisen.

Nahtloser Wechsel: digitales Vollformat

Will man seine bisherigen Gewohnheiten in der Handhabung von Objektiven und die bestehenden Objektive selbst unverändert weiter nutzen, so empfiehlt sich das digitale Vollformat. Der Preis hierfür sind die konstruktiv höchsten Einschränkungen in der Bildqualität. Die sinnvolle Grenze der Sensorauflösung wird hier bei 12 Megapixel gesehen, da die meisten Objektive mit diesem Wert bereits an ihre Grenzen gelangen oder bereits überfordert sind. Mit neuen digital optimierten Objektiven für das Vollformat ist nicht zu rechnen, da die zusätzlichen Korrekturen Größe und Preis der Optiken auf ein Niveau heben, dass kaum mehr finanzier- und handhabbar wäre.

Preisgünstiger Kompromiss: APS-Sensor

Die Reduktion auf den APS-Sensor und Erweiterung um neue Objektive ist ein sinnvoller Kompromiss, bei dem ältere Optiken mit Einschränkungen weiterbenutzt werden können und Lücken mit gut bis sehr gut korrigierten neuen Objektiven gefüllt werden. Auch hier erscheinen aus praktischen Erfahrungen mehr als zehn bis zwölf Megapixel nicht sinnvoll, da diese hohe Pixelzahl auf dem kleineren Bildkreis ebenfalls die Leistungsgrenze der meisten Objektive ausreizt. Die auf APS-Größe gerechneten neuen Objektive bieten hier einen Puffer, zeigen aber durch das Kleinbild-Auflagemaß konstruktive Einschränkungen.

Neuanfang: Fourthirds-Standard

Die leistungsfähigste digitale Adaption haben die Objektive des Fourthirds-Standards. In der Auflösung zeigen die hochwertigen Modelle noch keine Grenzen mit den verfügbaren Kameramodellen, wobei sich eine Maximalauflösung von zwölf Megapixel als sinnvolle Grenze erweisen dürfte. Bei den weiteren Qualitätsmerkmalen, wie Verzeichnung, Randabdunklung oder Konstanz der Auflösung von der Bildmitte bis zum Rand liefern diese Optiken die derzeit höchste verfügbare Leistung. Die kreativen Nachteile der höheren Schärfentiefe werden bei den besseren Modellen durch eine reale Offenblendtauglichkeit und höhere Lichtstärken in der Regel ausgeglichen.

Info: Marketing-Märchen und Wirklichkeit

Die rückwärtige Linse von Objektiven für analoge DSLR-Kameras sei im Gegensatz zu digital optimierten Objektiven weniger gut oder gar nicht entspiegelt. Aus diesem Grund sollen solche Objektive Geisterbilder erzeugen, da die Oberfläche der Bildsensoren mehr spiegelt als die Oberfläche analogen Films. Diese Aussage ist ein Marketing-Märchen und hat mit der Wirklichkeit nicht viel gemein. Denn bereits in den 70er-Jahren wurden Objektive rückseitig entspiegelt und tief mattiert – auf einem Qualitätsniveau, das man bei preisoptimierten aktuellen Objektiven vergeblich sucht. Indes – vielleicht ist ja doch etwas an diesem Gerücht. Anders Uschold hat ein Objektiv ganz ohne Entspiegelung in seiner Reservatenkammer – das ist allerdings über 80 Jahre alt.

0 Kommentare zu diesem Artikel

Macwelt Marktplatz

955720