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Innenministerium sperrt sich gegen Überprüfung der Luca-App

19.08.2021 | 13:00 Uhr | Thomas Hartmann

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) darf die Sicherheit der Luca-App nach einer Anweisung des Bundesinnenministeriums nicht gezielt überprüfen.

Die Überprüfung der Luca-App sei Ländersache, weil auf dieser Ebene auch die Lizenzierung erfolge, beschied das Bundesministerium des Inneren die hessischen Kolleg:innen. Das BSI wiederum ist auf Bundesebene angesiedelt. Insofern könne das Hessische Innenministerium aufgrund der Lizenz, die man dort besitze, eine Sicherheitsüberprüfung durch den Entwickler der App selbst anfordern. Wie unabhängig und uneigennützig die dann tatsächlich wäre, ist der Fantasie der User überlassen.

Der Bericht dieses Vorgangs, über den auch "iPhone-Ticker.de" schreibt, geht auf einen Spiegel-Artikel (Bezahlschranke) zurück. Demnach hatte das BSI bereits vor Monaten eine Prüfung von Luca durchführen lassen und dies dem Betreiber der App mitgeteilt. Dies war jedoch nur eine ”begrenzte Prüftiefe”, die längst nicht alle Komponenten betraf, insbesondere nicht die hinter der App liegenden Systeme und Server, wie das Magazin weiter berichtet. Hier jedoch könnten Schwachstellen liegen, die sogar Schadcode in die Gesundheitsämter schleusen und diese lahmlegen könnten, so die Befürchtung.

Das BSI als ”Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes” kann hier nun also nicht tätig werden, einen vergleichbaren unabhängigen Dienst gibt es in Deutschland aber nicht, den man damit gezielt beauftragen könnte. Mittlerweile haben sich 13 Bundesländer eine Luca-Lizenz mit Kosten von insgesamt 21,3 Millionen Euro gegönnt, die nun ebenso wie die User mit dieser Unsicherheit leben müssen. Das Bundesinnenministerium weist laut Spiegel als Möglichkeit noch hin auf mögliche Quellcodeprüfungen oder Penetrationstests durch spezialisierte Firmen.

In seiner aktuellen Ausgabe (Spiegel 33/2021) berichtet das Magazin ebenfalls ausführlich über die Anwendung der Luca-App, die insbesondere durch den Musiker und Rapper Smudo (”Fantastische Vier”) in der Öffentlichkeit beworben wurde, aber nun keineswegs die versprochene massive Entlastung der Gesundheitsämter sein soll, sondern von diesen aus unterschiedlichen Gründen kaum genutzt werde.

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