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Für iPhone 7S: USB-C statt Klinkenbuchse?

27.04.2016 | 15:26 Uhr |

Intel schlägt USB-C als neue Audioschnittstelle für Mobilgeräte vor, die Miniklinke würde wegfallen.

Hat man Probleme mit USB-Audiogeräten hört man manchmal den Spruch: „USB ist halt keine Audio-Schnittstelle“ – mit USB-C könnte sich das ändern. Vor allem auf Wunsch der Industrie plant Intel nämlich, die Audio-Funktionen von USB-C zu erweitern. Bisher kann die etwa in Apples Macbook eingesetzten Schnittstelle bereits Daten und Bildsignale übertragen, bei Mobilgeräten dient sie außerdem für das Aufladen der Akkus und ist Grundlage für Thunderbolt 3. Gedacht ist diese neue Spezifikation USB Audio Device Class 2.0 vor allem für Tablets und Handys, hier beginnt sich die moderne Schnittstelle immer stärker durchzusetzen. Bisher haben aber fast alle Smartphones mit USB-C noch einen analogen Kopfhörereanschluss. Ein wichtiger Vorteil: Der Wegfall der analogen Minklinken-Anschlüsse könnte  die Herstellung von Mobilgeräten vereinfachen. Dazu wird der neue Standard per Software verwaltet. Das heißt, Nutzer müssen für neue Funktionen keine neuen Peripherie-Geräten kaufen, sondern könnten diese über ein Softwareupdate aktualisieren. Wie Anandtech berichtet wurde ein erster Entwurf auf der IDF Shenzhen näher vorgestellt , die aktuelle Fassung soll in diesem Quartal erscheinen.

USB-C erklärt: Was der neue Standard kann

Ein Digitalanschluss ermöglicht außerdem höhere Datenraten und einfachere Kommunikation mit Headsets und anderen Gadgets . Ein Nachteil: Der neue Standard erfordert neue Headsets bzw. Kopfhörer. Aktuell unterstützt der Standard USB-C zwar bereits die Übertragung von Audio (Appendix A), allerdings nur analog. So verzichtet etwa LeEco bei seinen neuen Smartphones mit USB-C-Schnittstelle bereits auf einen Kopfhöreranschluss, legt aber einen Adapter für den Anschluss per Miniklinke bei. Auch die USB-C-Kopfhörer Reflect Aware von JBL empfangen Ton offenbar analog.

Intel plant aber für seine neue USB-Audio-Spezifikation eine echte digitale Übertragung des Tons. Ergänzt werden soll der Standard unter anderem um Funktionen wie Beam Forming, ANC, AEC, Störfilter, mehrere Mikrofone und bessere Energieverwaltung, eine digitale Übertragung von Audio, alles rückwärtskompatibel mit USB Audio 1.0 und 2.0. Grund für das Wegfallen der Analog-Schnittstelle ist vermutlich auch die Rechteverwaltung – kann man per Klinkenbuchse doch problemlos jede Audioquelle mitschneiden. Bei USB-C wird dagegen High-bandwidth Digital Content Protection unterstützt.

Wie sich Apple hier positionieren wird, ist bisher unbekannt. Es gibt immer wieder Gerüchte, Apple würde beim kommenden iPhone 7 auf einen Kopfhöreranschluss verzichten. Allerdings hat Cupertino bisher auf die eigene Lightning-Schnittstelle als Allzweck-Schnittstelle gesetzt – ein plötzlicher Wechsel zu USB-C würde deshalb überraschen. Denkbar wäre aber, dass Apple ähnliche Wege wie Intel geht und über eigene Schnittstelle noch Audio-Input und -Output anbietet

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