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Internet-Lehrstoff ist Aufgabe der Verlage

09.04.2001 | 00:00 Uhr |

Nach Ansicht der deutschen Schulbuchverleger darf
das Entwickeln von Internet-Lehrstoff nicht zur Aufgabe des Staates
werden.

«Es ist ein Irrglaube, das Lehrpersonal könne noch nebenbei die
Materialien für das neue Medium aufbereiten. Das schadet langfristig
enorm der Qualität», sagte der Chef des Verbandes VdS Bildungsmedien
e.V., Wolf-Dieter Eggert, in Hannover der Deutschen Presse-Agentur
(dpa). In manchen Ländern deute sich ein Trend an, dass der Staat
selbst als Verleger auftreten will.

Die Entwicklung und Aufbereitung von Lehrstoff müsse auch beim
Onlinematerial in der Hand der Verlage bleiben, sagte Eggert. In
engem Kontakt mit dem Bildungswesen hätten die Unternehmen für
Schulzwecke vielfältige Software sowie Internetportale entwickelt.
«Unsere Branche hat in den letzten vier Jahren zwischen 50 und 80
Millionen Mark in das Internet investiert. Wir brauchen jetzt feste
finanzielle, rechtliche und technische Rahmenbedingungen von der
öffentlichen Hand», forderte der Verbandschef.

«Die Finanzierungsmodelle für normale Lehrbücher müssen weiter
entwickelt auf das Onlineangebot übertragen werden», sagte Eggert
weiter. Denkbar seien zum Beispiel auch Jahresabonnements der Schulen
für Onlineportale. Im allgemeinen sei die fortschreitende Vernetzung
bislang sehr positiv verlaufen. Ein regelrechter Wettbewerb der
Bundesländer und Gemeinden um die schnellste und dichteste Vernetzung
ihrer Schulen habe das Internet im Bildungswesen erfolgreich
vorangetrieben.
dpa

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