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Jobs wollte Mac-OS an Dell lizenzieren

06.10.2021 | 08:55 Uhr | Peter Müller

Jahrestage sind Zeiten des Rückblicks und Ausblicks. Dabei kommen manchmal interessante Geschichten an die Öffentlichkeit.

Nachdem Steve Jobs in den späten Neunzigern mitsamt NeXT zu Apple zurückgekehrt war, fiel der Chef des gleichnamigen Computerherstellers Michael Dell mit dem Satz auf, er würde als Apple-Chef ja den Laden schließen und den Aktionären ihr Geld zurückgeben – was ihm Steve Jobs ein paar Jahre später genüsslich um den nicht vorhandenen Bart schmierte , als Apple im Börsenwert Dell überholte. 

Persönlich hätten die beiden aber eher ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt, erinnert sich Dell anlässlich des gestrigen zehnten Todestages von Steve Jobs . Und gab gegenüber CNET eine Anekdote zum Besten, die bisher so noch nicht bekannt war, zumindest stand sie in noch keiner Biographie. Laut Dells Erinnerung schlug der damalige iCEO Steve Jobs  im Jahr 1997 dem Konkurrenten vor, er könne doch Mac-OS in Lizenz nehmen. Kenner der Apple-Geschichte erinnern sich sogleich, dass das zu jener Zeit gewesen sein muss, als Steve Jobs das Geschäft mit den Klonen beendete , die Apples Hardwareverkäufen massiv schadeten.

Dennoch kein Widerspruch, denn was Jobs Dell da zeigte und anbot, war das zukünftige Mac-OS, das auf x86-Architektur lief – NeXT Computer hatten ebenso auf die zum von Apple damals eingesetzten PowerPC konkurrierende Plattform gesetzt. Michael Dell ging aber nicht auf das Angebot ein, da Jobs und Apple mehr wollten, als Dell zu geben bereit war. Denn der Vorschlag war keine Lizenzierung von tatsächlich genutzten Mac-OS-Installationen auf Dell-Computern, sondern eine Beteiligung an allen Verkäufen. Dells sollten nämlich sowohl mit Windows als auch mit Mac-OS vorinstalliert in den Verkauf kommen und es letztlich den Anwendern überlassen, welches Betriebssystem sie nutzen wollten. Dell hätte also auch Lizenzen für gar nicht genutzte Mac-OS-Installationen bezahlt.

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