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Jülich nimmt Quantencomputer mit 5000 Qbits in Betrieb

18.01.2022 | 09:40 Uhr | Peter Müller

Der bisher größte Quantencomputer außerhalb Nordamerikas dient als Quantenannealer der Beschleunigung von Rechnungen.

Im Supercomputing Center Jülich ist ein neuer Quantencomputer in Betrieb gegangen, der mit 5000 Qbits als Quantenannealer höchst aufwendige Rechenoperationen unterstützt, wie sie etwa in der Klimaforschung anfallen. Die Anlage ist nach Angaben der Forschenden die größte außerhalb Nordamerikas.

Um erschütterungsfrei arbeiten zu können – und das nicht weit vom Braunkohletagebau Hambach entfernt – benötigt die Jülicher Nutzer-Infrastruktur für Quantencomputing (JUNIQ) zwei eigens gebaute Fabrikhallen mit dämpfenden Fundamenten. Gebaut hat die Anlage die kanadische Firma D-Wave. Die besondere Neuerung: Jedes Qbit kann sich mit 15 anderen verbinden, beim Vorgänger D-Wave 2000Q waren nur sechs Verbindungen möglich. Die hohe Anzahl der Quantenbits sagt aber wenig über die Leistung des Rechners aus, IBMs Quantencomputer arbeitet mit nur einer dreistelligen Zahl, dabei kann aber jedes Qbit einzeln manipuliert werden, die tausende des Annealers nur im Ensemble.

Dennoch ist der Quantenannealer des Forschungszentrums sehr leistungsfähig: Laut Hersteller soll er Gleichungen mit bis zu einer Million Variablen lösen können.

Das Forschungszentrum Jülich hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, eine führende Entwicklungs- und Nutzergemeinschaft aus Industrie und Wissenschaft für die Anwendungen von Quantencomputern in Deutschland und Europa aufzubauen. „Dazu haben wir am Jülich Supercomputing Centre mit JUNIQ bereits 2019 eine Nutzereinrichtung für offene Innovationen geschaffen, die Anwendern eine einheitliche Quantencomputing-Plattform als Service und die zugehörigen Kompetenzen zur Nutzerunterstützung und gemeinsamen Software-Entwicklung zur Verfügung stellt“, erklärt Prof. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums.

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