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KI schreibt ganze Texte - und zwar erschreckend gut

07.11.2019 | 13:34 Uhr |

Ein von Elon Musk unterstütztes Unternehmen aus den USA hat eine KI entwickelt, die alleine ganze Texte schreibt. Und zwar so gut, dass die Entwickler Angst haben, die Software zu veröffentlichen.

Kreative Arbeiten wie das Schreiben von Texten gehört zu den wenigen Aufgaben, die Computer in naher Zukunft nicht werden übernehmen können. Das ist eine weit verbreitete Meinung. Zwar können Maschinen, im speziellen künstliche Intelligenzen, der Menschheit immer mehr Aufgaben abnehmen, und teilweise sogar besser ausführen, aber kreative Prozesse, also die Erschaffung von etwas neuem, einzigartigem, bleibt den Menschen vorbehalten.

"Kreative" KI zum Ausprobieren

Dass diese Annahme nicht stimmen muss, zeigt ein Projekt des Non-Profit-Forschungsunternehmen OpenAI aus Kalifornien. Spiegel Online berichtete. Die von Elon Musk unterstützte Organisation hat eine KI mit der Bezeichnung GPT-2 entwickelt, die eigenständig Texte schreibt. Trainiert wurde die KI mithilfe eines Datensatzes aus acht Millionen Webseiten. Anhand dieser Texte analysiert das Programm die Struktur von gesprochener Sprache. Auf einer Website , die von Adam King, Experte für Maschinelles Lernen bei OpenAi, ins Leben gerufen wurde, können Sie GPT-2 ausprobieren. Geben Sie der KI einfach ein paar Worte oder Sätze vor, und das Programm führt ihre Geschichte fort. Aktuell beherrscht GPT-2 allerdings nur Englisch.

Erschreckend gut - Die Gefahren von GPT-2

Die Ergebnisse, die OpenAI mit der Software erzielte, waren so gut, dass die Forscher das trainierte Modell nicht freigeben. Zu groß ist die Sorge, dass die KI zweckentfremdet werden könnte, zum Beispiel um Fake-News oder Propaganda zu produzieren. Einige Proben der erstellten Texte sind in einem Blog-Eintraf auf OpenAi.com nachzulesen.

Die Erfolge von OpenAi beheizen, wie zuvor schon Deepfakes, also per KI erzeugte, gefälschte Video- und Audioclips, die Debatte rund um die Gefahren von künstlicher Intelligenz sowie möglichen Maßnahmen, um diese einzudämmen. Schließlich könnte eine Software wie GPT-2 innerhalb kürzester Zeit das Netz mit Texten im Namen gefälschter Autoren fluten. Experten des Institute of International Studies in Kalifornien haben die KI untersucht und festgestellt, dass damit tatsächlich relativ einfach propagandistische Texte erschaffen ließen, auch für extremistische Gruppen wie Rassisten oder Dschihadisten.

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