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Kalifornien: Initiative "Recht auf Reparatur" zielt auch auf Apple

19.03.2019 | 11:12 Uhr | Thomas Hartmann

2018 gescheitert, wollen sich kalifornische Abgeordnete erneut Gründe dafür anhören, das "Recht auf Reparatur" für elektronische Geräte einzuführen.

Das "Recht auf Reparatur" würde unter anderem bedeuten, dass Elektronikhersteller künftig detaillierte Handbücher, Werkzeuge, Geräteteile und andere relevante Materialien für ihre Kunden und unabhängige Reparaturbetriebe zur Verfügung stellen müssten. Mitinitiatorin ist  Susan Talamantes Eggman, Mitglied des Parlaments des Bundesstaates, wie Apple Insider berichtet .

Dies würde auch Unternehmen wie Apple dazu zwingen, Servicebroschüren und Ausrüstung an Eigentümer solcher Geräte wie auch an registrierte, aber unabhängiger Reparatur-Shops zu übergeben. Damit war sie letztes Jahr gescheitert, die jetzige Initiative ist eine wortwörtliche Reproduktion aus der Pressemitteilung vom vergangenen Jahr. Die Abgeordnete argumentiert damit, dass Kunden, die eine Reparatur bei einem Hersteller nicht bezahlen könnten, damit gezwungen wären, ihre beschädigten Geräte wie bei Smartphones, Fernsehern oder anderen elektronischen Geräten komplett auszutauschen. Außerdem sei die Reparatur und der Wiedergebrauch elektronischer Geräte sehr viel effizienter als immer neue zu kaufen. Der Umweltaspekt wird hier nicht direkt angesprochen, ist aber ohne Zweifel ein zusätzliches Argument. Der Reparaturservice iFixit hat sich der kalifornischen Abgeordneten ausdrücklich angeschlossen.

Apple dagegen beharrt strikt auf Reparaturen im eigenen Haus oder durch zertifizierte Apple-Händler und Werkstätten. Der Konzern aus Cupertino befürchtet Offenlegung von Betriebsgeheimnissen und Sicherheitsprobleme für Kunden, wenn bislang unautorisierte Reparaturbetriebe oder die Nutzer selbst dies übernehmen dürften.

Zu bedenken ist freilich, dass die "Recht auf Reparatur"-Bewegung auch sehr lukrativ für die Hersteller von Ersatzteilen, speziellen Werkzeugen und die Bereitstellung von Service ist. Andererseits würde es die Kosten für die User allein durch die Konkurrenz deutlich verringern. Mit seinem zweiten Versuch in diesem Jahr verbündet sich Kalifornien mit 19 anderen US-Bundesstaaten, die eine ähnliche Gesetzgebung anstreben oder bereits haben.

In Deutschland wurde eine Petition zum "Recht auf Reparatur" im entsprechenden Ausschuss im Bundestag abgelehnt.

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