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Kampfansage an Apples M1: Qualcomm plant neue Chips

17.11.2021 | 10:20 Uhr | Peter Müller

Selbstbewusst gibt sich Qualcomm vor Investoren: In zwei Jahren will man mit Apples M-Chips konkurrieren – und Einbußen wegen weniger Modem-Bestellungen aus Cupertino anderweitig kompensieren

Die Übernahme von Nuvia zum Preis von 1,4 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr soll sich für Qualcomm in etwa zwei Jahren auszahlen. Die neue Tochter soll im kommenden Jahr Chips entwickeln, die es mit Apples M1 Pro und M1 Max aufnehmen sollen, verspricht Qualcomms Chef Technology Officer (CTO) Dr. James Thompson auf der Investorenkonferenz des Unternehmens. Bereits in "neun Monaten" sei ein Konkurrent für Apples M-Chips fertig, erste Produkte mit dem SoC werde es aber nicht vor 2023 geben. Bis dahin sollte Apple bereits die zweite Generation der auf ARM-Designs aufbauenden Chips in seinen Produkten im Einsatz haben. Bei der Entwicklung seiner ARM-kompatiblen Konkurrenz könne Qualcomm auf Unterstützung von ehemaligen Apple-Ingenieuren setzen, die an Apple Silicon mit arbeiteten.

Keine Bestellungen – keine Probleme

Das Jahr 2023 hat für Qualcomm offenbar eine besondere Bedeutung. Auf der gleichen Investorenkonferenz in New York gab Qualcomm die Prognose ab, Apple werde in den iPhones des Jahrgangs 2023 zu 80 Prozent auf eigene Modems setzen , welche die Abteilung entwickelt, die Cupertino von Intel übernommen hatte . Qualcomm war mit Apple in einem längeren Rechtsstreit verwickelt, dabei ging es darum, ob Qualcomm Umsatzbeteiligung für das gesamte Gerät kassieren durfte, wo doch nur ein wesentliches Bauteil, eben der Modem-Chip, von Qualcomm stammt. Da Intel als alternativer Lieferant ausfiel, weil der Hersteller aus Santa Clara seine Modemsparte aufgab, musste Apple einknicken und den Abschied von Qualcomm verschieben .

Der scheint nun am Horizont zu stehen, was Qualcomm aber weniger Sorgen bereitet, als man vermuten möchte. Denn Zuwächse bei Chips für autonome Fahrzeuge würden die Einbußen beim iPhone-Geschäft kompensieren. Die sind dann aber gewaltig, Apple verkauft etwa 200 Millionen Geräte im Jahr. In fünf Jahren würden nach Ansicht Qualcomms die Umsätze im Automotive-Bereich von heute einer Milliarde US-Dollar pro Jahr auf 2,5 Milliarden US-Dollar steigen, in zehn Jahren auf 8 Milliarden US-Dollar per annum.

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