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Tim Cook: "App Store behindert den Wettbewerb nicht"

29.07.2020 | 10:45 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Tim Cook will die Anhörung heute mit einem Statement über den App Store beginnen. Dieser sei alles andere als wettbewerbsfeindlich.

Update vom 29. Juli 2020: In der Anhörung des Justizausschusses, die heute beginnen soll, will Apple-CEO Tim Cook ein vorbereitetes Statement verlesen, in dem er wettbewerbswidriges Verhalten seines Unternehmens bestreitet. Apple nehme keine den Markt dominierende Position ein, in keinem der Märkte, in denen es Geschäfte mache, heißt es laut Bloomberg darin. Apple sein ein ur-amerikanisches Unternehmen, das sich an die Regeln halte. "Nachdem wir mit 500 Apps begonnen haben, beherbergt der App Store heute mehr als 1,7 Millionen – nur 60 davon sind Apple-Software", heißt es in Cooks Aussage weiter. "Wenn Apple ein Gatekeeper ist, haben wir das Tor ganz klar weiter geöffnet. Wir wollen jede App, die wir bekommen können, in den Store bringen, nicht von ihm fernhalten." Der App Store mit seiner klaren Preisstruktur sei für Softwarehersteller auch ein wesentlich attraktiverer Vertriebsweg, als sie vorher bestanden hätten.

Tipp : Unter diesem Link findet heute ab 18:00 die Anhörung des Justizausschusses statt .

Update vom 28. Juli 2020: Strategie : Apple-CEO Tim Cook und die Vorstände anderer großer Tech-Unternehmen wie Google, Amazon und Facebook müssen am Mittwoch dieser Woche vor dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen, der dem Verdacht der Kartellbildung nachgeht. Die Abgeordnete der Demokraten aus Washington, Pramila Jayapal, hat der "Washington Post" nun Teile der Strategie der Befragung verraten. Demnach wollen sie und ihre Kollegen sich vor allem auf Praktiken des "copy-acquire-kill" konzentrieren: Die großen Firmen würden oft kleinere und ihre Produkte übernehmen, diese eine Zeitlang noch eigenständig weiterführen, dann aber absorbieren oder vom Markt nehmen. "Viel zu lange haben Technologieunternehmen mit wenig bis gar keiner Regulierung oder Rechenschaftspflicht gearbeitet und schnell und locker mit den persönlichen Daten von Menschen gespielt. Das muss ein Ende haben – jetzt," betont Jayapal. Zudem macht sie Andeutungen, diverse Indizien und Beweise für einen derartigen Missbrauch des Marktes gesammelt zu haben. Apple, das "von Zeit zu Zeit kleinere Firmen übernimmt", darf sich ruhig angesprochen fühlen, etwa mit dem Beispiel Shazam. Der Musikerkennungsdienst ist zwar noch scheinbar eigenständig, läuft aber nur noch auf iPhones und nicht mehr unter Android.

Update vom 24. Juli 2020: Die für Montag angesetzte Anhörung von Tech-CEOs wie Tim Cook, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, Sundar Pichai und anderem vor dem Kartellausschuss des US-Repräsentantenhauses wird womöglich verschoben, berichtet CNBC . Grund ist eine Gedenkfeier für den letzte Woche verstorbenen Abgeordneten John Lewis, die zu einem Terminkonflikt führen würde. Die Verschiebung muss noch bestätigt werden, ein neuer Termin ist noch nicht avisiert. 

Meldung vom 21. Juli 2020: In der nächsten Woche müssen prominente CEOs von Tech-Unternehmen vor dem Kartell-Ausschuss des Repräsentantenhauses aussagen, unter anderem Apples Tim Cook, Facebooks Mark Zuckerberg und Googles/Alphabets Sundar Pichai. Schon vor einigen Wochen hat das Komitee das Gespräch mit Microsofts Präsident und Chefjurist Brad Smith gesucht, wie " The Information " berichtet. Darin wollten die Abgeordneten vor allem etwas über die Erfahrungen lernen, die Microsoft in seinem Kartellprozess Ende vor gut 20 Jahren machte.

In der Videokonferenz soll Smith aber vorwiegend Bedenken über Apples App Store geäußert haben. Die "Willkür" der Überprüfungen vor der Freigabe von Apps sei ebenso ein Dorn im Auge wie die Tatsache, dass die beteiligten Entwickler Apples Zahlsysteme nutzen müssten. Über andere Techfirmen sei Smith nicht hergezogen. Auf einem früheren Event hat Smith eine Meinung geäußert, dass eine Wettbewerbsuntersuchung gegen Apple längst überfällig sei.

Derweil hat die EU drei Verfahren in Sachen App Store, Bücher Store und Apple Pay eröffnet ( wir berichteten ). Es gibt jedoch noch keine Aktualisierungen in diesen drei Fällen. Eine neue Verordnung der EU von letzter Woche kann etwas Transparenz und Fairness in den Online-Marktplätzen schaffen. Mit der Verordnung will die EU nicht nur Google und seine Suchmaschine reglementieren, sondern auch den App Store von Apple ( mehr in unserem Bericht ).

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