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Karten von Apple

22.06.2012 | 13:10 Uhr |

Schon länger gärt es zwischen Apple und Google, Stichwort Android – aber auch wegen Google Maps. Während Android-Nutzer bei Karten bereits auf eine Navi-Lösung zugreifen können, steht die unter iOS 5 nicht zur Verfügung. Ob Google die Neuerungen, die man kurz vor der WWDC für Google Maps angekündigt hat, auch den iOS-Nutzern anbieten würde, ist fraglich und nicht mehr relevant.

Ab September verfügen zumindest Besitzer eines iPhone 4S oder neuen iPad (3. Generation) über eine neue, ausgefeilte Karten-App von Apple, die sogar eine Navi-Lösung integriert hat. Dazu hat Apple in den letzten Jahren mehrere Firmen aufgekauft, die im Bereich Karten über Know-How verfügen. Für die eigene Lösung mussten aber noch weitere Partner ins Boot. Besonderen Anteil und deshalb in den Informationen der App an erster Stelle genannt ist Navi-Anbieter Tomtom, der nicht nur weltweites Kartenmaterial, sondern auch Points of Interest (POIs) beisteuert.

Herausgekommen ist eine Karten-Lösung, die sich nicht hinter Google Maps verstecken muss, inklusive neuer Funktionen und eingebautem Navi. Scott Forstall betont, dass man besonderen Wert auf lokale Suche und Verkehrsinformationen gelegt.

Die Vektor-basierten Karten bieten ein enorm scharfes Bild, Bewegungen auf der Karte sind sehr flüssig. Klasse auch die Möglichkeit, mit Zweifinger-Gesten die Karte zu rotieren oder vergrößern, beziehungsweise zu verkleinern. Am iPhone 4S bietet der interaktive 3D-Modus neben der Karten-Darstellung auch ein fotorealistisches Rendering von Städten und Gebäuden. Auf der WWDC demonstrierte Apple das anhand der Oper in Sidney, die Stadt San Francisco lässt sich bereits virtuell überfliegen ("Flyover"). Weitere Städte müssen und werden hier bald nachkommen.

Flyover und Navi: Hier sieht man die neue Navi-Funktion in Kombination mit der Flyover-Ansicht. Beides leider nur für iPhone 4S und iPad 3.
Vergrößern Flyover und Navi: Hier sieht man die neue Navi-Funktion in Kombination mit der Flyover-Ansicht. Beides leider nur für iPhone 4S und iPad 3.

Navi im Lieferumfang

Großartig ist auch die Navi-Lösung, die es wie Flyover nur am iPhone 4S und dem iPad 3 in Karten gibt. Die Zieleingabe kann per Tastatur oder Siri erfolgen, der Sprachassistent leitet dann zum Ziel - in der 2D- oder 3D-Darstellung. Die Navigation funktioniert sogar, wenn der Sperrbildschirm eingeschaltet ist. Die Navi-Lösung bezieht Verkehrsdaten mit ein und schätzt darauf basierend die Ankunftzeit.

Natürlich akzeptiert die Navi-Lösung auch lokal gespeicherte Adressen als Start oder Ziel. Dazu hat Apple laut eigenen Angaben alleine rund 100 Millionen Adressen von Yelp eingepflegt, mehrheitlich in den USA. Tomtom scheint Sehenswürdigkeiten (POIs) beizusteuern, Kirchen und Plätze in Deutschland werden bereits jetzt gelistet. Auf Google-Einträge verzichtet Apple auch hier konsequent. Zumindest Benutzer eines iPhone 4S bekommen mit Karten eine tolle Lösung samt Mehrwert.

Facetime, Safari und Mail

Natürlich hat Apple ab September mit iOS 6 natürlich noch viel mehr im Köcher, als die zahlreichen neuen, bereits genannten Funktionen. Diverse Apps haben endlich lange geforderte Funktionen bekommen, die Benutzer vorher nur über einen Jailbreak und freie Apps bekommen konnte. daneben gibt es aber auch komplette Neuentwicklungen von Apple.

Mit iOS 6 wird Facetime endlich auch über UMTS funktionieren - allerdings nur am iPhone 4S und neuen iPad. Am iPhone 4 läuft Facetime weiter nur über Wi-Fi.

Safari wird sich künftig besser über mehrere Geräte nutzen lassen, Tabs werden via iCloud mit anderen iOS-Geräten und Safari unter OS X 10.8 synchronisiert. In der Leseliste gespeicherte Beiträge lassen sich mit iOS 6 auch offline lesen, allerdings nicht am iPhone 3GS. Außerdem unterstützt Safari bald Foto-Uploads. Zudem wird es mit iOS 6 eine eigene Podcast-App für die beliebten Audiobeiträge geben.

Viele Benutzer verfügen über mehrere Mail-Accounts und Hunderte von Kontakten. Damit die wichtigen Mails sicher ihr Ziel erreichen, lassen sich VIP-Kontakte definieren, Mails der VIPs landen in einem speziellen Postfach und werden so nicht mehr übersehen in der Flut von Nachrichten. Eine Mitteilung auf dem Sperrbildschirm informiert zudem über eine eingegangene VIP-Nachricht. Endlich bietet die Mail-App eigene Signaturen für jeden Account und erlaubt die Auswahl von Mail-Anhängen (Fotos und Videos) beim Erstellen der Mail.

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