954639

„Kein Kavaliersdelikt“

30.08.2006 | 16:10 Uhr |

Einerseits steigen also die technischen Möglichkeiten illegaler Anbieter rapide an, andererseits ist es der Musikbranche bislang noch nicht einmal gelungen, einen wirklich sicheren Kopierschutz für CDs zu entwickeln. Woran liegt das?

Uns ist natürlich wichtig, dass ein Kopierschutz sicher und sein Knacken verboten ist. Das Problem liegt darin, dass der Kopierschutz für die CD ein außerordentlich schwieriges Unterfangen ist. Die CD wurde Ende der Siebziger Jahre entwickelt und war niemals dafür gedacht, einen Kopierschutz zu integrieren. Dadurch entsteht eine technologische Herausforderung, die bis heute nicht befriedigend gelöst werden konnte. Es gibt etliche hoffnungsvolle Versuche, die sich häufig zwischen zwei Polen bewegen: Denn wenn man einen Kopierschutz schwer knacken kann, ist die CD nicht regelmäßig auch auf allen Gerätekonfigurationen abspielbar. Und umgekehrt ist Kopierschutz nicht wirklich sicher, wenn vollständige Abspielbarkeit gewährleistet werden soll. Wir gehen aber davon aus, dass die technische Entwicklung immer sicherere und bessere Lösungen hervorbringen wird.

Was müsste sich an Tools wie dem Music Store noch ändern? Gibt es gravierende Einschränkungen, die den User noch von der Nutzung abhalten?

Ich finde den Music Store ausgesprochen attraktiv. Als Musikliebhaber, der immer mal wieder auf diesen Service zugreift, kann ich auf Anhieb nichts entdecken, was mich stören würde. Ich bin aber nicht das Kriterium, und Verbände sollten das auch nicht sein. Wir sind zu weit vom Markt und den Nutzungswünschen der Endverbraucher entfernt. Im Zuge des natürlichen Wettbewerbs wird dem derzeitigen Angebot allerdings noch so manches Tool hinzufügt werden, da bin ich mir sicher. Der Markt steht erst am Anfang und ist äußerst vital.

Welche Rolle wird dabei das Community-Portal myspace.com in Zukunft spielen? Immerhin zahlte Rupert Murdoch dafür unlängst eine Summe von mehr als 500 Millionen Dollar.

Zombik:MySpace finde ich sehrinteressant. Neue Bands nutzen dieses zentrale Portal intensiv, um sich selbst und ihre Musik bekannter zu machen. Wir verfolgen interessiert, wie sich das Portal weiter entwickelt.

Wie wichtig war der iPod für die breite Akzeptanz digitaler Downloadquellen?

Sehr wichtig. iTunes war ein Angebot, das weltweit überhaupt erst den Weg hin zu einem Downloadmarkt geebnet hat. Es war das erste Portal mit großer Reichweite, das eine ernsthafte Alternative zu illegalen Downloadquellen ermöglichte. iTunes und iPod ist deshalb durchaus das Kompliment zu machen, für den Marktdurchbruch gesorgt zu haben.

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
954639