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Kein Kratzergate: Das iPhone-Objektiv ist kratzfest, aber nicht unkaputtbar

06.10.2016 | 13:31 Uhr | Stephan Wiesend

Das Objektiv des iPhone 7 besteht aus kratzfestem Saphirglas. Wie sicher dieses aber vor SchĂ€den schĂŒtzt, ist durch ein Youtube-Video in der Diskussion.

Die gute Kamerafunktion ist eine der StĂ€rken des iPhone 7 , geschĂŒtzt wird das aus mehreren Linsenelementen bestehende Objektiv durch eine außenliegende Linse aus Saphirglas. Offensichtlich ist dieses besonders harte Material aber nicht völlig gegen BeschĂ€digungen immun. So hat vor einigen Tagen der Youtube-Kanal Jerry Rig Everything hier fĂŒr einige Verunsicherung gesorgt. Er hat nĂ€mlich in einem Video gezeigt, wie schnell man mit speziellen PrĂŒfgerĂ€ten die außenliegende Linse der iPhone-Kamera beschĂ€digen kann. In direktem Vergleich mit einer Saphirglas-Armbanduhr von Tissot schneidet das iPhone auf den ersten Blick nicht gut ab. Schon bei einem PrĂŒfgerĂ€t fĂŒr den HĂ€rtewert von 6 Mohs, einer Art Stichel mit scharfer Spitze, kann er sichtbare Spuren auf dem iPhone-Objektiv hinterlassen –  obwohl Saphirglas eigentlich einen höheren HĂ€rtewert von 8 Mohs besitzt. Bei einem TestgerĂ€t fĂŒr diesen HĂ€rtewert gibt es dann auch deutlich stĂ€rkere Kratzer zu sehen – ebenso wie auf der teuren Tissot-Uhr.  Im Video und den Kommentaren war dies Anlass zu Spekulationen, ob Apple wirklich Saphirglas verwendet, oder vielleicht nur einen billigen Kompositstoff. Will doch mancher sein iPhone einfach in seiner Hosen- oder Manteltasche aufbewahren und die Kamera nicht durch eine ZusatzhĂŒlle schĂŒtzen mĂŒssen.

Sogar Phil Schiller meldete sich schließlich in einem Twitter-Feed ausdrĂŒcklich zu Wort, dass es sich bei der Außenlinse um echtes Saphirglas handle.

Zu viele Sorgen sollten sich iPhone-KĂ€ufer nach unserer Meinung nicht machen: Das Objektiv ist nicht unzerstörbar, vor den ĂŒblichen Umwelt-EinflĂŒssen aber gut geschĂŒtzt. Wie Rene Ritchie von iMore zu Recht einwendet, ist der Aufbau des Youtube-Tests problematisch. So wird die Linse zwar bereits von weicheren GerĂ€ten beschĂ€digt, bei genauerer Ansicht handelt es sich hier um eine Art Mikro-BrĂŒche, keine echten Kratzer. Erst das TestgerĂ€t mit dem HĂ€rtegrad 8 Mohs erzeugt Kratzer, zu erkennen als zusammenhĂ€ngender Krater im Material. Das klingt fĂŒr manche vielleicht wie Sophismus, Schaden ist schließlich Schaden. FĂŒr einen echten Vergleich zwischen mehreren TestgerĂ€ten mĂŒssen aber die Voraussetzung stimmen. Mit genĂŒgend Druck kann man selbst hĂ€rteste Materialien beschĂ€digen. So wird bei einem standardisierten Test fĂŒr Kratzfestigkeit fĂŒr Möbel vor allem der ausgeĂŒbte Druck gemessen. Die eigentliche Frage ist aber, ob der Testaufbau fĂŒr Alltag relevant ist. Und das Herumkratzen mit einem Metallgegenstand gehört eher nicht dazu.

Vom gleichen Youtuber gibt es ĂŒbrigens auch ein Video ĂŒber ein Samsung Note 7, in dem er das „Durchbrennen“ des Akkus vorfĂŒhrt. Allzu ernst sollte man Tests dieser Art nicht nehmen, so ist das iPhone 7 schließlich auch nicht vor Mixern sicher .

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