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Plagiatsklage gegen "Servant" von Apple TV+ abgewiesen

29.05.2020 | 09:22 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Eine Regisseurin klagt gegen Apple & Co. wegen der neuen Serie "Servant" – die Klage ist nun abgewiesen.

Update vom 29. Mai 2020:

Abgelehnt: Der Regisseur M. Night Shyamalan soll für seine Serie "Servant" auf Apple TV+ abgekupfert haben, behauptete im Januar  eine Klage der Autorin des Films "The Truth About Emanuel". Die Klage hat das zuständige Gericht nun abgewiesen, es erkannte keine ausreichenden Ähnlichkeiten zwischen den beiden Werken, die eine Urheberrechtsverletzung ergeben hätten. Beiden Filmen ist nur gemeinsam, dass eine trauernde Mutter sich um eine Puppe als Ersatz für ihr verstorbenes Baby kümmert und eine Beziehung zu einem Kindermädchen Kern der Geschichte ist. Doch diese Grundannahmen sie nicht schützbar, befindet Bundesrichter John F. Walter , die Geschichten würden sich vollkommen unterschiedlich entwickeln, was den Plot, die Charaktere und die Dialoge beträfe. Die bedrückende Beleuchtung schließlich ist zudem in so gut wie jedem Horrorfilm oder -serie zu sehen. Laut " Deadline " will Francesca Gregorini die Entscheidung anfechten.

Ursprüngliche Meldung vom 17. Januar 2020:

Es ist Freitag und das Apple-Original "Servant" von M. Night Shyamalan und Tony Basgallop veröffentlicht eine neue Folge in Apple TV+. Dass es sich aber um ein Original handelt, zweifelt eine Klage nun an. Denn die Story sei von dem Film " The Truth About Emanuel " von Francesca Gregorini abgekupfert, der im Jahr 2013 auf dem Sundance-Filmfestival seine Premiere hatte.

In dem Film, in dem unter anderem Jessica Biel und Alfred Molina spielen, geht es um ein traumatisiertes Paar, das ein Kindermädchen anheuert, das sich um ihr Baby kümmern soll. Das Baby stellt sich als Puppe heraus und das Kindermädchen ist weit mehr als es vorgibt zu sein und alles andere als harmlos. "Servant" nähert sich nun dem Staffelfinale, laut Shymalan müsse sich die Geschichte aber fünf bis sechs Staffeln noch entwickeln.

"Mr. Shyamalan ist so weit gegangen, sich nicht nur die Handlung von 'Emanuel' anzueignen – sondern auch den Gebrauch der filmischen Sprache, wodurch ein im Wesentlichen ähnliches Gefühl, eine ähnliche Stimmung und ein ähnliches Thema geschaffen wird,"  heißt es in der am Federal Court in Kalifornien eingereichten Klage.

Die auf 42 Seiten gefasste Klage listet im dritten Teil alle Ähnlichkeiten zwischen den beiden Werken auf – dem Film und der späteren Serie. Vor allem beanstandet Gregorini, dass sich die Serie neben dem inhaltlichen Plot auch stilistische Filmmittel wie Unterwasser-Aufnahmen des Kindermädchens und die kompletten Szenesequenzen angeeignet hätte. So sähen demnach die beiden Väter wie eineiige Zwillinge aus. Dass Apple und M. Night Shyamalan ihr Film unbekannt sein dürfte, schließt die Klägerin aus, schließlich hat Apple in seinem iTunes Store " The Truth about Emanuel " (im deutschen Store unter dem Titel " Linda's Child: Unterschätze nie, wozu eine Mutter fähig ist " verfügbar) seit 2014 zum Kauf und Ausleihen angeboten. Apple und weitere Parteien haben 30 Tage Frist auf die Klagepunkte zu antworten.

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