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Klage gegen Apple: "Förderung des Glücksspiels"

23.10.2020 | 08:58 Uhr | Peter Müller

Kann man so machen in den USA, ist halt suboptimal: Eine Frau macht Apple für ihre Fehler verantwortlich. Eine Glosse.

Aus sicherer Entfernung betrachtet, mit einem Ozean dazwischen, erscheint uns das US-Justizsystem als eine wunderbare Möglichkeit, auf Eigenverantwortung zu verzichten und alle anderen für die eigene Misere verantwortlich zu machen. Darin unterscheidet sie sich diametral vom dortigen Gesundheitssystem, in dem – aus unserer Sicht – sich keine Sau um einen kümmert, wenn man krank wird, daran ist man ja dann selbst schuld.

Europäische Vorurteile schürt nun wieder ein Fall, über den Apple Insider berichtet . Eine Frau namens Karen Workmann (ja, Karen!) verklagt Apple, weil sie für das Free2Play-Spiel "Jackpot Mania" 3.312,19 US-Dollar an In-App-Käufen getätigt hat, um Münzen für weitere Spielfortschritte zu erwerben. Zwar untersage Apple ja aus Gründen Glücksspiel-Apps im App Store, "Jackpot Mania" habe aber eben genau jenen Glücksspielcharakter, vor dem der Anbieter seine Kunden doch schützen wolle. Denn, so die Klägerin, eine echte Karen eben, "begann, über die App Münzen zu kaufen, damit sie weiterhin um die Chance spielen konnte, kostenlose Münzen zu gewinnen, mit denen sie das Spiel über einen längeren Zeitraum genießen konnte".

Wie die Sache ausgeht, ist ungewiss, unser Vorurteil würde uns aber einflüstern, dass die Dame vor Gericht mehr Chancen auf Schadensersatz hat, als dass sie eine Krankenkasse findet, die ihr bei der Behandlung ihrer Spielsucht finanziell hilft. In einem Land, auf den angeblich auf Mikrowellenherden steht, dass man keine Haustiere darin trocknen kann, erscheint uns das durchaus möglich.

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