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Klage gegen Google: Apple bekommt bis zu 12 Mrd. USD als Deal

21.10.2020 | 10:30 Uhr | Halyna Kubiv, Peter Müller

Das Justizministerium in den USA hat eine Klage gegen Google vorbereitet. Demnach nehme der Anbieter eine Monopolstellung ein.

D as US-Justizministerium hat nun Google wegen Behinderung des Wettbewerbs verklagt. Google sei ein Gatekeeper für das Internet, rund 90 Prozent der Suchen liefen über die Server des Unternehmens aus Mountain View, Kalifornien. Im Visier der Klage steht auch Googles Vereinbarung mit Apple, die Standardsuche auf dessen Geräten zu stellen, Google überweist dafür jedes Jahr etliche Milliarden US-Dollar nach Cupertino.

Klageschrift des US-Justizministeriums gegen Google

In der Klage finden sich interessante Details zur Kooperation zwischen Apple und Google. Zwar ist bereits bekannt , dass Google an Apple Milliardenbeiträge zahlt, damit Google als eine vorinstallierte Suchmaschine in Safari bleibt. Laut der Anklage haben die beiden Unternehmen 2016 einen mehrjährigen Vertrag unterschrieben, damit wird geregelt, dass Siri und Spotlight Googles Suchmaschine bei Suchanfragen nutzen. Im September 2017 ist die digitale Assistentin tatsächlich von Bing auf Google umgestiegen. Die Kläger schätzen, dass Google momentan an Cupertino zwischen 8 und 12 Milliarden US-Dollar überweist, jährlich wohl bemerkt. Noch vor zwei Jahren beliefen sich die Schätzungen auf neun Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen entsprechen 15 bis 20 Prozent des Jahresgewinns  Apples. Gemessen an Umsatz sind es knapp vier Prozent, was Apple von Google jährlich als Entschädigung für die Standardeinstellung in Safari einnimmt. Auf dem mobilen Markt hat Google somit eine Monopolstellung als Suchmaschinen-Anbieter: 94 Prozente aller Suchanfragen auf Smartphones in den USA gehen an Google.

Der Suchmaschinen-Anbieter weiß um die Relevanz von Safari auf dem mobilen US-Markt, die iOS-Geräte nehmen knapp 60 Prozent aller mobilen Nutzung in den USA ein. Ein Szenario, wobei Apple entweder eine eigene Suchmaschine startet oder sich für den anderen Anbieter entscheidet, wird bei Google als "Code Red" eingestuft, also Alarmstufe rot.

2018 trafen sich Tim Cook und Sundar Pichai zu einem Strategie-Meeting über die Umsätze aus den Suchanfragen. Im Anschluss darauf hat ein hochrangiger Apple-Angesteller an seinen Counterpart bei Google geschrieben: "Unsere Vision ist so zu arbeiten, als wären wir eine Firma". Laut Googles Einschätzungen kommen rund 50 Prozent vom gesamten Suchtraffic in den USA von Apple-Geräten. Die Anklage beschuldigt Google, durch bewusst hohe Zahlungen an Apple jeden Wettbewerber davon abzuhalten, eine vergleichbare Position auf dem Suchmaschinen-Markt einzunehmen.

Die Klage wirft Google außerdem vor, Vereinbarungen getroffen zu haben, die die Vorinstallation von konkurrierenden Suchmaschinen verbieten, die Vorinstallation von Suchanwendungen an bevorzugten Standorten auf mobilen Geräten vorschreiben und "Monopolgewinne" nutzen, um eine "Vorzugsbehandlung" für die Google-Suchmaschine auf Geräten, Webbrowsern und anderen Suchzugangspunkten zu erkaufen.

Mittlerweile hat Google in einem Blogpost auf einige der Klagepunkte geantwortet. Die Anklage des Justizministeriums sei fehlerhaft. Die Einstellungen zur Änderung der Suchmaschine in iOS, aber auch unter Android seien leicht zugänglich. Außerdem bezahlten Bing und Yahoo Apple auch, damit die beiden Suchmaschinen bei den Favoriten-Seiten in Safari dargestellt werden. Und Apple nutze Google, weil die Suchmaschine die beste sei.

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