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Klage gegen Siri-Abhörung vor Gericht abgewiesen

11.02.2021 | 10:34 Uhr | Halyna Kubiv

Apple hat eine Klage gegen Siri-Abhörung vor einem Gericht in Kalifornien erfolgreich abgewehrt.

Im Sommer 2019 wurde bekannt, dass Apple einige Sprachfetzen per Siri aufnimmt und für Auswertung an Dritt-Firmen schickt, die entscheiden sollen, ob sich Siri nach dem absichtlich gesprochenen Schlüsselwort oder zufällig aktiviert hat ( wir berichteten ). Apple hat nach der negativen Berichterstattung die Vorgehensweise geändert, die Sprachfetzen werden nur nach der ausdrücklichen Erlaubnis des Nutzers weitergeleitet. Für die Auswertung sind nun ausschließlich interne Mitarbeiter zuständig. Aufgrund dieser Berichte haben zwei Nutzer in Kalifornien gegen Apple geklagt. Die Vorwürfe: Apple habe mit Siri-Aufzeichnungen ihre Privatsphäre verletzt und die Nutzer haben von dem Kauf eines iPhones wirtschaftliche Nachteile als Folge.

Mit dem gestrigen Beschluss wurde die Klage jedoch abgewiesen. In den meisten Punkten folgte der Richter Apples Argumentation. Vor allem konnten die Kläger nicht konkret nachweisen, dass sie sich in einer privaten Situation befanden und währenddessen Apple ihre Konversation mitschnitt und an eine Dritt-Firma schickte. Dieser Anklagepunkt begründete sich nach Auffassung des Gerichts nur auf Medienberichten und Annahmen, dass bei den Klägern eine vergleichbare Situation gegeben war. Zudem drehte sich der ursprüngliche Bericht um Apple Watches und Homepods, Apple hatte wohl bei diesen Geräten über Siris Zuverlässigkeit geforscht, die Kläger hatten jedoch ausschließlich iPhones in Verwendung. Auch irgendwelche wirtschaftliche Nachteile konnten die Kläger vor Gericht nicht schlüssig nachweisen. Die Annahme, hätten die Kläger über Siri-Aufzeichnungen gewusst, hätten sie die Geräte nicht gekauft, reichte als Argumentation nicht. Nur in einem Punkt hatte der Richter Apples Argumente zurückgewiesen: Eine allgemeine Zustimmung zu den AGB reicht nicht aus, um den Fall mit Sprachmitschnitten und dessen Auswertung abzudecken. Die AGB sind demnach allzu allgemein formuliert und keiner der Nutzer kann aus einer allgemeinen Bewilligung der Siri-Nutzung daraus schließen, dass der Anbieter noch einige seiner Konversationen auswertet.

Die aktuelle Sammelklage ist somit abgewiesen, diese kann jedoch neu formuliert nochmals eingereicht werden.

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