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Klimaneutrale iPhones bis 2030: Das sind Apples Pläne mit dem Restore Fund

16.04.2021 | 10:15 Uhr | Peter Müller

In neun Jahren schon will Apple iPhone und Co. komplett klimaneutral produzieren. Ein Viertel der CO2-Reduktion werde dabei Aufforstung ausmachen. Ein von Goldman Sachs verwalteter Fonds soll auch für Investoren attraktiv sein.

Apple legt mit Conservation International und der Investmentbank Goldman Sachs den 200 Millionen US-Dollar schweren "Restore Fund" auf, der im Wesentlichen Wiederaufforstungsprojekte unterstützen, aber auch Rendite für Investoren bringen soll. Das Ziel sei es, pro Jahr mindestens eine Million Tonnen CO 2 aus der Atmosphäre zu holen und sie in Bäumen zu binden.

Das Projekt ist Teil von Apples Bemühungen, in der gesamten Lieferkette bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Dieses Ziel hatte Apple im letzten Jahr ehrgeizig formuliert und mit den iPhones von 2020 eine wesentliche Maßnahme umgesetzt: Seither fehlen in den Verpackungen Ladeadapter und Earpads, was nicht nur Müll reduziert, sondern sie leichter und kompakter macht. So sparen sie bei der Auslieferung Emissionen. Die Pappe stammt zudem aus nachhaltiger Forstwirtschaft, die Apple zusammen mit Conservation International fördert.

Bereits seit einigen Jahren betreibt Apple seine Büros, Rechenzentren und Stores weltweit mit Strom aus regenerativen Quellen und hält seine Zulieferer an, dem Beispiel zu folgen. Dabei gibt Apple auch finanzielle Unterstützung.

Mehr Bäume für weniger CO 2

Nun will man bei der Reduzierung des bereits in die Atmosphäre freigesetzten Kohlenstoffdioxid helfen, mit Werkzeugen, welche die Natur schon seit Jahrmillionen bereitstellt: Bäumen. „Die Natur bietet einige der besten Prozesse, um Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen. Wälder, Feuchtgebiete und Graslandschaften entziehen der Atmosphäre Kohlenstoff und binden ihn dauerhaft in ihren Böden, Wurzeln und Ästen“, erklärt Apples für Umweltfragen und soziale Initiativen zuständige Vizepräsidentin Lisa Jackson in einer Pressemeldung des Unternehmens. Der Restore Fund, solle "reale und messbare Auswirkungen auf den Kohlenstoffgehalt der Atmosphäre schaffen" und dabei gleichzeitig Rendite für Investoren schaffen. So werde der Fonds attraktiv für Investitionen in Aufforstung und anderen Wiederherstellungen von Natur.

Apple erklärt, bis 2030 die Lieferkette zu 75 Prozent klimaneutral agieren zu lassen, das letzte Viertel soll die Reduktion von CO 2 aus der Atmosphäre zu rechnerischen kompletten Klimaneutralität beitragen. "Um sicherzustellen, dass der in Wäldern gebundene Kohlenstoff exakt quantifiziert und dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt wird, setzt der Restore Fund auf international erprobte Standards, die von anerkannten Organisationen wie Verra, dem Intergovernmental Panel on Climate Change und der UN-Klimakonvention entwickelt wurden. Der Fonds wird Investitionen in artenreiche Wälder bevorzugen," heißt es weiter in der Erklärung.

Der Mitinvestor Conservation International trage dafür Sorge, dass Umwelt- und Sozialstandards eingehalten würden, Goldman Sachs verwaltet den Restore Fund.

Unsere Meinung: Wie man es dreht und wendet, es führt kein Weg daran vorbei, Wirtschaft und Gesellschaft müssen klimaneutral werden. Das kostet nicht einmal viel, teuer bis unbezahlbar wird es nur, wenn man nichts unternimmt und immer noch reichlich vorhandenes Erdöl, Erdgas und Kohle verbrennt. Apple beschreitet zu seinen Investitionen in Solar- und Windkraftwerke oder Energiespeicher und den Reduktionen bei Verpackungen und Material weitere Wege - und packt die Wirtschaft genau da, wo ihr eigentliches Nervensystem verläuft: beim Geld. Die vom Restore Funds geförderten Projekte sind aus Sicht des Klimaschutzes gewiss sinnvoll, wenn sie sich als wirtschaftlich ertragreich erweisen, werden sie zu einem wichtigen Treibstoff der ökologischen Wende.

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