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Kommentar Daniel Kottmair

28.07.2004 | 16:19 Uhr |

Kommentar Daniel Kottmair

Mit Harmony verfolgt Real eine strategisch sehr sinnvolle und intelligente Strategie. Nachdem Real als einziger der drei großen Streaming-Anbieter in letzter Zeit Gefahr lief, ĂŒberflĂŒssig zu werden könnten sie sich mit Harmony als Mittelsmann zwischen den verschiedenen Shops und Playern positionieren und dort ihre Nische finden. In direkter Konkurrenz zu Microsoft und Apple hatte Real bisher schlechte Karten: Microsoft hat 95 Prozent Marktanteil und kann seinen eigenen Standard -wie schon so oft geschehen- durch schiere Marktmacht mĂŒhelos etablieren. Apple hat zwar einen kleinen Marktanteil, stellt mit Quicktime beziehungsweise MPEG-4 allerdings eine Galionsfigur der sehr großen auf MPEG-Standards setzenden Video- und Consumer-Elektronikindustrie dar, außerdem ist der grĂ¶ĂŸte Teil der Mac-User im DCC-Bereich (Digital Content Creation) tĂ€tig und verhilft Quicktime durch massive Erzeugung Quicktime-basierten Contents zu ĂŒberdurchschnittlicher Akzeptanz. Real hingegen hatte keine eigene Plattform und auch keine Industriekonsortien und Standardisierungsgremien hinter sich.

Die breite Massenakzeptanz der unzweifelhaft sehr komfortablen legalen Musikdownload-Dienste krĂ€nkelt primĂ€r an InkompatibilitĂ€ten. Die Kunden wollen wie in allen anderen Bereichen auch einen Standard, so daß sie mit ihrem Player oder ihren online gekauften Songs nicht im Regen stehen. Diese Unsicherheit ist der grĂ¶ĂŸte Hemmschuh fĂŒr wirklich breite Akzeptanz von legaler Online-Musik. Real könnte nun mit Harmony genau dieses Manko beheben und sich somit als neutraler, aber notwendiger Vermittler zwischen den Welten unabkömmlich machen. Die Veröffentlichung von Harmony könnte jedenfalls zu keinem besseren Zeitpunkt kommen.

Info Real Player 10 Beta (inklusive Harmony)

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