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Kommentar: Das iPhone XS – Ein Innovationsdilemma

17.09.2018 | 11:11 Uhr |

Bedeutet das iPhone XS eine Verlangsamung der Innovationskraft von Smartphones? Was Apple als nächstes vorhat.

In einer Telefonkonferenz im vergangenen Jahr beschrieb Apple CEO Tim Cook das iPhone X als die Blaupause für die nächsten zehn Jahre der Smartphone-Entwicklung. Es ist klar, was Cook damit gemeint hat: Alle neuen iPhone des Jahrgangs 2018 folgen dem Designbeispiel des iPhone X.

Aber selbst mit iPhone XS Max und dem iPhone XR fällt es Apple schwer, das iPhones XS zu erklären, den direkten Nachfolger des iPhone X. Wie lässt sich das, was eben noch das fortschrittlichste iPhone war, vom Rest der jetzt ebenso fortschrittlichen Produktpalette unterscheiden?

Apples Phil Schiller spricht über den A12 Bionic Prozessor im iPhone XS.
Vergrößern Apples Phil Schiller spricht über den A12 Bionic Prozessor im iPhone XS.
© Apple

Das ist ein Grund, warum ich während der Keynote anfing etwas nervös zu werden, etwa zu der Zeit, als Phil Schiller in der Mitte der Präsentation des iPhone XS angelangt war. Und, so ungern ich es auch zugeben möchte, war ich auch ein wenig gelangweilt. Je mehr sich das Unternehmen auf die beeindruckenden Spezifikationen des A12 Bionic Chips des iPhone XS stützte, desto mehr begann ich zu vermuten, dass es daran lag, dass der Großteil der Verbesserungen in diesem neuen Telefon in einer Art von Geschwindigkeits- und Kapazitätssteigerungen lag, die für die meisten Benutzer nicht unbedingt relevant sind.

Es gibt nichts Neues. Apples "S"-Serienjahre konzentrieren sich in der Regel weitgehend auf interne Verbesserungen, obwohl sie oft nicht ohne eine Art Hardwareoptimierung auskommen, die oft durch neue Softwarefunktionen unterstützt wird. Bis heute ist es dem Unternehmen jedoch immer gelungen, eine überzeugende Geschichte über diese Funktionen zu schreiben, sei es die neue Sicherheit durch Touch ID auf dem iPhone 5S oder die zusätzliche Dimension der Interaktion, die 3D Touch auf dem iPhone 6S ermöglicht hat. Nicht so bei den iPhone XS: Ich würde mich schwer tun, ein konkretes Beispiel dafür zu finden, warum das XS das X übertrifft oder was überhaupt der Headliner des XS ist.

Apple war eines der ersten Unternehmen, das sich vor der Abhängigkeit von Geschwindigkeiten und Vorschüben, dem Verbreiten immer höherer Zahlen und Spezifikationen scheute, die das Markenzeichen der hektischen Tage der späten 90er und frühen 2000er Jahre waren. Aber auf dem "Gather round"-Event wurden wir mit Statistiken über Gleitkommaoperationen, Prozessorkerne und sogar der Menge an Speicherplatz, die das Telefon ansprechen konnte, verwöhnt. Gewiss alles beeindruckende Leistungen, aber vielleicht ging Apple diesmal ein wenig zu sehr ins Detail.

Das grundlegende Problem bei der Einführung eines Geräts, das seiner Zeit so weit voraus ist, wie Apple es letztes Jahr mit dem iPhone X geschafft hat, besteht darin, dass es beim nächsten Mal viel schwieriger wird, das noch zu übertreffen. Das ist in etwa so wie bei einem Olympiateilnehmer, der darum kämpft, seine Rivalen – oder sogar sich selbst – zu übertreffen, indem er einen weiteren Bruchteil einer Sekunde schneller läuft (oder einen Zentimeter höher springt).

Apples Phil Schiller erklärt die Dual-SIM-Unterstützung im iPhone XS.
Vergrößern Apples Phil Schiller erklärt die Dual-SIM-Unterstützung im iPhone XS.
© Apple

Es ist seit einiger Zeit klar, dass sich das Tempo der Entwicklung von Smartphones verlangsamt hat. Das liegt zum großen Teil daran, dass es im ersten Jahrzehnt der Entwicklung der Geräte darum ging, den Nutzen eines Smartphones so weit zu erhöhen, dass es dem der PCs entsprach, auf die wir uns alle verlassen hatten. Aber elf Jahre nach dem Debüt des iPhone sind die meisten dieser Lücken in der Funktionalität geschlossen worden, es gibt viele Menschen, die das Smartphone als ihr Haupt- oder einziges Gerät benutzen, und es gibt viele Dinge, die wir jeden Tag tun, die am Telefon besser oder einfacher sind, als sie es jemals auf unseren Laptops und Desktops waren.

So ist das Smartphone in den letzten zehn Jahren zu einem Teil des Lebens geworden und hat sich, wie alle neuen Innovationen, von "wirklich erstaunlich" zu "rein alltäglich" entwickelt. Früher galt es als Wunder, einen internationalen Telefonanruf tätigen zu können, heute senden wir jede Sekunde jeden Tages Millionen von Nachrichten in die ganze Welt. Die Schwelle für das Staunen ist höher geworden – und das ist in Ordnung. Das ist die natürliche Entwicklung.

Was bleibt, ist das unentdeckte Land mit neuen Funktionen und Fähigkeiten, die auf keinem Gerät zuvor möglich waren. Aber das ist ein viel zeitaufwändigeres und ressourcenintensiveres Unterfangen, eine Sache, die man nicht unbedingt jedes Jahr oder wenigstens alle paar Jahre sieht.

Nichts davon deutet darauf hin, dass das iPhone XS kein gutes Telefon ist oder dass Apple nicht viel davon verkaufen wird. Aber es ist ein deutlicher Hinweis darauf, warum Apple in diesem Jahr den Fokus darauf gelegt hat, den Rest seines iPhone-Portfolios auf das Niveau des iPhone X zu bringen: Dieser Weg nach vorne war diesen Modellen bereits geebnet.

Jeff Willams von Apple spricht über das neue EKG-Feature in der Apple Watch Series 4
Vergrößern Jeff Willams von Apple spricht über das neue EKG-Feature in der Apple Watch Series 4
© Apple

Und es ist nicht so, als ob Aufregung und Fortschritt in der Technologiebranche völlig fehlen würden. Trotz eines etwas steinigen Anfangs hat die Apple Watch gezeigt, dass es ganz neue Dimensionen der Technologie gibt, die es zu erforschen gilt. Das Hinzufügen der EKG-Erstellung in der Series 4 ist das perfekte Beispiel für eine Funktion, die nur wenige Menschen vorhergesagt hätten, dass sie in einer Technologie am Handgelenk verfügbar sein würde.

Denn das Beste an Technologie und menschlicher Innovation ist immer noch: Wenn das einst Aufregende zu einem alten Hut geworden ist, biegt immer etwas Neues und Unerwartetes um die Ecke.

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