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Kompatible Tintenpatronen

10.11.2006 | 13:22 Uhr | Peter Müller

Kompatible Tintenpatronen

Das teuerste bei Tintenstrahldruckern ist die Tinte. Die Preise können mit Leichtigkeit mit edelsten Parfüms mithalten. Also liegt es nahe, mit Tintenpatronen von Drittanbietern seine Geldbörse zu entlasten. Doch hier beginnt das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Druckerherstellern und Anbietern von kompatiblen Tintenpatronen: Durch eine Unzahl von Patenten versuchen die Druckerhersteller sich unliebsame Konkurrenz beim lukrativen Geschäft mit den Tintenpatronen vom Hals zu schaffen.

Jüngstes Beispiel ist Canon, die mit ihrer aktuellen Pixma-Reihe die einzeln austauschbaren Patronen mit einem Chip versieht, der nur zum Schutz vor Nachbauten gedacht ist. Weiterhin wird der Tintenstand durch einen Lichtsensor bestimmt, der den Chip auf der Patrone überflüssig macht. Wer beispielsweise für den Pixma iP4200 oder dem Nachfolger iP4300 Fremdtinten verwenden möchte, der muss bei den bislang spärlichen Angebot zunächst den Chip von der Originaltinte entfernen und auf die andere Tintenpatrone kleben. Besser ist man mit dem Vorgänger Pixma iP4000 oder anderen Canon-Druckern dieser älteren Serie bedient, dessen Tintenpatronen noch ohne Chip auskommen. Kein Wunder also, dass gebrauchte Modelle auf Internet-Auktionen zu den ehemaligen Neupreisen gehandelt werden. Denn hier gibt es ein wie für die Epson-Drucker ein breites Angebot an günstigen Fremdtinten.

Patronen mit integrierten Druckkopf

Wer mit dem Gedanken spielt, für seinen Drucker häufig kompatible Patronen zu verwenden, der sollte darauf achten, dass der Druckkopf nicht auf der Patrone integriert ist. Denn hier greift der Patentschutz auf die Patronen besonders gut, sie dürfen nicht nachgebaut werden. Lexmark verwendet in seinen Druckern ausschließlich solche Patronen, auch bei den meisten Druckern von HP kommen sie zum Einsatz. Die Einstiegsgeräte von Canon und Epson nutzen ebenfalls solche Patronen.

So bleibt Drittanbietern nur der Weg, leere Patronen einzusammeln und wieder zu befüllen. Ein teures Prozedere, bei dem sich der Preisunterschied zu Originalpatronen kaum noch rechnet und das Angebot an Drittanbietern gering ist. Denn auch wenn augenscheinlich kompatible Patronen viel günstiger sind, erreichen sie oft nicht die Reichweite wie die Original-Patronen. So zahlt man nicht selten mit einer schlechteren kompatiblen Patrone mehr pro gedruckter Seite als mit den Originaltinten. Während es für HP-Patronen ein beachtliches Angebot an wiederbefüllten Patronen gibt, findet man wenig Alternativen zu Lexmark-Patronen. Übrigens sammeln auch Druckerhersteller ihre Patronen fleißig ein – offiziell um ihrer Verantwortung für den Umweltschutz gerecht zu werden. Doch die Druckerhersteller haben dazugelernt und bieten gerade für Fotodrucker teilweise Kombipakete aus Tinte und Fotopapier oder Kombis aus schwarzer und Farbtinte an.

Der Schutzreflex der Druckerhersteller mag verständlich sein. Schließlich haben die Hersteller viel Entwicklungsarbeit und Geld investiert und wollen mit den Tintenpatronen die Ernte einfahren. Dennoch schmerzt es, wenn man für einen Satz Tintenpatronen mehr zahlt als für das Düftwässerchen seiner Liebsten.

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