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Kompromiss zwischen Google und China

12.07.2010 | 07:02 Uhr |

Kompromiss zwischen Google und China

Vergangene Woche beendete Google diese automatische Weiterleitung - wohl ein Entgegenkommen, um die Lizenz zu retten. Einige Beobachter hatten jedoch angezweifelt, dass dies ausreichen würde, um Peking zu besänftigen. Denn letztlich ändert sich für die Nutzer fast nichts: Die Chinesen müssen jetzt nur selbst auf einen Link klicken, um zur Hongkong-Website zu gelangen.

Zwischenzeitliche Blockaden der Suchmaschine heizten die Spekulationen an, dass Google den Bogen überspannt haben könnte. Gleichzeitig fragten sich viele Beobachter, wie weit der Konzern noch gehen würde, um seine Lizenz zu retten. Google hatte stets darauf gepocht, seine Prinzipien nicht zu verraten.

Google-Mitbegründer Sergei Brin hatte hatte den Kampf gegen die Zensur zu seinem persönlichen Feldzug gemacht. Er, der 1979 im Alter von sechs Jahren aus der Sowjetunion in die USA übersiedelte, sah sich bei der Volksrepublik an das totalitäre Regime seiner alten Heimat erinnert.

Die Google-Lizenz für China läuft im Prinzip bis 2012, sie muss aber jedes Jahr erneuert werden. Auch wenn die Amerikaner in dem Riesenland bislang nur einen geringen Teil ihres Umsatzes einfahren, gilt der Markt doch als Muss für internationale Konzerne. Der Streit mit der Regierung hat Google bereits Marktanteile gekostet. Der chinesische Rivale Baidu konnte den Vorsprung deutlich ausbauen. Die Auseinandersetzung war im März nach Hackerangriffen auf Google und andere US-Unternehmen eskaliert. In den USA wurde vermutet, dass die chinesische Regierung hinter den Attacken stecken könnte. Unter anderem hatten die Hacker versucht, die E-Mail-Konten von Regimegegnern zu knacken.

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