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Konzept- und PC-Viren

10.07.2004 | 11:26 Uhr | Peter Müller

Konzept- und PC-Viren

Macwelt: Sicherheitsspezialisten wie Secunia veröffentlichen immer wieder Berichte über Sicherheitslücken im Mac-Betriebssystem. Diese sind also die potenziellen Angriffsziele für Virenprogrammierer?

Ein Virus oder Wurm wird oft aufgrund einer Lücke im Betriebsystem aktiv. Das ist grundsätzlich bei jedem Betriebssystem möglich. Wir stellen in den letzten Monaten mehr und mehr Schadprodukte für Linux fest, die zum Teil sehr aggressiv sind, aber noch keine realistische Bedrohung darstellen. Aber im Prinzip treffen alle diese potenziellen Bedrohungen auch auf den Mac zu - wegen der BSD-Basis.

Macwelt: Ist für einen Mac-Anwender nicht eher ein Problem, dass er PC-Viren verbreiten könnte?

Das könnte durchaus der Falls sein, etwa bei Makroviren. Grundsätzlich ist es durchaus möglich.

Macwelt: Die Windowsversion kann auch Mac-Viren aufspüren?

Ja, das haben wir vor zwei Jahren eingeführt und sind dafür in der Branche ziemlich beschmunzelt worden. Es gab aber dann auch kurz danach erste Konzeptviren.

Macwelt: Wie etwa MP3-Concept?

Richtig. Wir hatten recht früh Schutzvorrichtungen eingebaut und waren froh uns dafür entschieden zu haben. Es gibt ja viele Virenschreiber, die Viren nur für Antivirenhersteller schreiben, um zu zeigen, was machbar ist. Wir müssen dann bei jedem dieser Konzepte entscheiden, ob Schutzvorrichtungen Sinn machen.

Macwelt: Hatten Sie einen Kunden, der Probleme mit Viren auf dem Mac hatte?

Weltweit hatten wir in den letzten beiden Jahren 218 Meldungen, Ins Jahr 2004
fallen hiervon 104. Im Vergleich zu Tausenden von Windows-Viren sicherlich
wenig. Bedenkt man jedoch, dass wir Firmenkunden betreuen, können hinter
dieser Zahl jedoch leicht auch mehrere hundert Macs stehen.

Macwelt: Wie schätzen sie das neue SP2 von Windows XP ein?

Für mich eine sehr positive Sache, da endlich ins Betriebssystem integriert wird, was bei Linux schon Gang und Gäbe ist. Etwa eine echte Firewall und die automatische Abfrage, ob eine Virensoftware vorhanden ist - wie etwa unser Produkt. Sicher ein guter Schritt von Microsoft. Windows ist das meist angegriffene Betriebssystem, bei dem ja viele Rechner bereits infiziert sind - ohne dass die Benutzer es wissen.

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