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Kostspieliger M2-Chip: Werden Mac Mini und iMac teurer?

29.06.2022 | 15:00 Uhr | Stephan Wiesend

Viele hatten sich von Apple M2-Chip mehr erwartet, dabei ist der neue Chip für Apple anscheinend deutlich teurer als der Vorgänger. Auch der Mac Mini könnte betroffen sein.

Bei der Vorstellung des neuen M1-Chips vor zwei Jahren war die Begeisterung groß, der Nachfolger M2 sorgte da fast schon für Enttäuschung. Die Leistungssteigerung ist zwar deutlich, vor allem die Grafikleistung und Media-Engine bringt einen großen Performancegewinn. Vor allem neben den leistungsfähigeren Chips M1 Pro, M1 Max und Ultra wirkt der neue Chip aber weniger beeindruckend. Die CPU-Leistung ist aber mäßig, so haben wir in unserem Single-CPU-Test eine Steigerung der CPU-Leistung von gerade einmal 13 Prozent gemessen .

So war es für viele ebenfalls eine Überraschung, dass Apple das Macbook Air M1 im Angebot behält, auch die M2-Versionen von iMac 24-Zoll und Mac Mini stehen noch aus. Die Kurzfassung für Apples Problem: Der M2-Chip ist für Apple deutlich teurer geworden als der M1. Wie Dylan Patel in einer umfassenden Analyse aufzeigt , sind die Gründe zahlreich: Auch Apple ist von gestiegenen Kosten für Komponenten und Lieferkettenprobleme getroffen. Zusätzlich habe Apple in den letzten Jahren viele Fachkräfte im Bereich Entwicklung verloren, etwa an Firmen wie Nuvia und Rivos, so Patel.

Verbesserungen sorgen für höhere Kosten

Für höhere Kosten sorgt aber auch eine Verzögerung bei Apples Chip-Hersteller TSMC. Die Umstellung auf die neue Fertigungsgeneration N3 bzw. 3-nm-Technologie erfolgt nämlich erst 2023. Der M2-Chip wird weiter im Verfahren „N5P“ hergestellt, eine marginale Verbesserung des Verfahrens N5. In den letzten Jahren hatte Apple noch stark von schnellen Generationswechseln profitiert, etwa den Sprung vom A13 mit 7-nm-Technologie zum A14 mit 5-nm-Strukturbreite. Allein ein solcher Generationenwechsel auf eine kleinere Strukturbreite sorgte für höhere Leistung bei niedrigerem Energieverbrauch. Er senkte aber auch die Kosten, da ein Chip bei gleicher Größe mehr Transistoren beinhalten kann. Beim M2-Chips fehlt dieser Effekt jedoch. Die nötigen Leistungssteigerungen erreichte Apple nur durch kostspielige Verbesserungen wie schnelleren Arbeitsspeicher, verbesserte Media-Engine und einen größeren Cachespeicher. Diese Verbesserungen und zusätzliche Grafikkerne sorgen für aber höheren Platzbedarf und all dies sorgt für höhere Kosten als beim M1.

Für Apple machen diese Kostensteigerungen aber einen großen Unterschied. Um trotz höherer Kosten weiter die erwarteten Gewinne zu erzielen, mussten die neuen Macbooks offenbar teurer werden. Das erklärt auch, warum das Macbook Air M1 im Angebot bleibt – wohl vor allem für die preissensiblen Firmen und den Bildungsbereich.

Die Probleme mit dem N3-Verfahren haben nebenbei auch Auswirkungen auf das kommende iPhone 14. Aktuell haben iPhone 13 Pro und iPhone 13 den gleichen A15-Chip. Laut Ming-Chi Kuo soll sich dies aber beim Nachfolger iPhone 14 ändern und nur noch die beiden Pro-Modelle erhalten den kommenden A16-Chip. Dagegen sollen die günstigeren iPhones 14 und iPhone 14 Max den A15 bekommen – immerhin aber mit mehr RAM.

Unsere Einschätzung:

Die letzten Jahre konnte Apple voll auf TSMC vertrauen, offensichtlich hat aber nun auch Apple Probleme mit zu langsamen Produktzyklen. Gut möglich, dass diese Problem auch Auswirkungen auf die Preise von Mac Mini und iMac 24-Zoll haben wird. Vor allem beim günstigen Mac Mini muss man wohl bei der M2-Version mit einem Preisaufschlag rechnen.

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