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Krise um Cube und iMac

24.01.2009 | 00:00 Uhr

Krise um Cube und iMac

Schön war er schon...
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Während also Y2K Apple nicht in Schwierigkeiten brachte, geriet der Mac-Hersteller Ende September 2000 anderweitig ins Schleudern, es wurde Herbst um den iMac und den G4. Aufmerksame Naturen hätten dies schon im Juli des Jahres so erwarten können, denn Apple fiel in Sachen iMac kaum noch etwas ein. Sicher, die Rechner der Modellreihe 2000 waren ein wenig flotter und hatten größere Festplatten als ihre Vorgänger, aber die wesentliche Neuerung war nicht etwa ein interner Brenner, den der Markt um die Jahrtausendwende (sic!) begehrlich erwartete, sondern neue, gedeckte Farben: Herbstfarben. Schneeweiß und schwarz waren die SE-Varianten, die regulären iMacs kamen in dunklen blau-, rot- und grün-Tönen daher. Der klassische iMac war ausgereizt, der Markt gesättigt. Und die wesentliche Neuerung des Power Mac G4 half den wenigsten Nutzern weiter: Gigabit-Ethernet konnten sie in ihren 100/10Base-Ethernet-Umgebungen nicht nutzen.

Mac-OS X Public Beta: Ohne Apfel-Menü
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Aber da war ja noch etwas. "One more thing" am Ende einer eher enttäuschenden Keynote, die wenig Neues zum Thema Mac-OS X brachte. "Liebling, wir haben den Supercomputer geschrumpft!" hieß es in New York, der Power Mac G4 Cube feierte seine Premiere. Im Inneren war er mit vergleichbarer Technik wie die großen G4-Modelle ausgestattet, der Formfaktor erinnerte aber eher an einen eleganten Toaster. Der Vergleich hinkt aber gewaltig, denn auch der originale Cube konnte nicht toasten oder brennen. Stattdessen kam er mit einem Soundsystem von Harman Kardon, wenn wir Apple recht verstanden haben, war der Cube der erste Angriff auf die Wohnzimmer. Denn er machte eine derart gute Figur, dass es schade war, ihn hinter Aktenbergen zu verstecken. Der Plan ging aber nicht auf, der Cube war ein Flop, Apple stellte ihn nicht mal ein Jahr später ein. An technischen Problemen lag das Scheitern nicht, wider Erwarten funktionierte die Geschichte mit dem Kamineffekt im lüfterfreien Cube, der ihn zu einem selten leisen Power Mac G4 machte. Apple hatte sich mit dem Cube aber gehörig verkalkuliert, iMacs verkauften sich auch nicht mehr gut und das in Paris auf der Apple Expo vorgestellte neue iBook in der Farbe "Key Lime Pie" war einfach nur schreiend hässlich. Apple gab Ende September eine Gewinnwarnung heraus, der Verkauf von 7,1 Millionen ARM-Aktien rettete die Bilanz halbwegs, ein Überschuss von 170 Millionen US-Dollar war geblieben. Nach drei Jahren mit steten Quartalsgewinnen sollte Apple wieder in die roten Zahlen geraten, der Kurs der Aktie fiel dramatisch, um rund 60 Prozent auf den Wert von 23,63 US-Dollar (Stand: 4.10.00). Der Kurs sollte noch weiter fallen, bedrohlich nahe zur 10-Dollar-Grenze hin. Wenn man damals nur in Apple-Aktien investiert hätte: Heute, einen 2:1-Aktiensplit später, stehen sie bei rund 90 US-Dollar.

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