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Kritik: "Apple schmückt nur die Goldman-Sachs-Card"

13.11.2019 | 12:03 Uhr | Peter Müller

Die Algorithmen zur Bonitätsprüfung offenbaren ein schräges Weltbild, das den Werten Apple widerspricht, meint "The Verge".

Ob Goldman Sachs absichtlich Frauen einen geringeren Kreditrahmen einräumt oder ob in den Tiefen der Algorithmen sich irgendwelche Vorurteile niederschlagen – die Regeln für die selbst lernenden Prozesse haben schließlich Menschen festgelegt – wird wohl letztlich ein Gericht entscheiden müssen.

Apple hängt aber mit drin, meint Dieter Bohn für "The Verge" . Cupertino stehe zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit auf der falschen Seite einer moralischen Trennlinie, vor Wochen ging es noch um die nicht erfolgte Zulassung der App HKlive.map in den App Store, nun eben um eine Benachteiligung der Kundinnen der Apple Card. Denn diese sei ja nicht einmal von Apple, erklärt Bohn, sondern eine Goldman-Sachs-Karte, für die Apple das Logo und die Software bereitgestellt hat.

"Created by Apple, not a bank", sagt hier ebenso nur einen Teil der Wahrheit wie "Designed in California, assembled in China", was die Produktionsbedingungen ignoriere. Es ist nun einmal Goldman Sachs, das über den Kreditrahmen entscheidet und seine Maßstäbe anlegt und nicht die Apples, das sich glaubwürdig und auch erfolgreich für die Gleichstellung von Frauen und Minderheiten einsetzt.

Goldman Sachs, dürfe man nicht vergessen, sei einer der Verursacher der Finanzkrise, die 2008 mit geplatzten Hauskrediten ihren Anfang nahm und bis heute nicht wirklich überwunden ist. Apple hat sich wohl den falschen Partner ausgesucht, der von der Strahlkraft der Marke mit dem angebissenen Apfel mehr profitiert als es umgekehrt der Fall ist.

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