2575741

Kuo: Apples AR-Brille wird 150 Gramm leicht – mit Fresnel-Linsen

23.03.2021 | 09:30 Uhr | Peter Müller

Schon im nächsten Jahr soll Apples AR/VR-Brille kommen. Der renommierte Analyst Ming-Chi Kuo will einige weitere Details kennen.

Der Analyst Ming-Chi Kuo will mehr Details über Apples kommende AR/VR-Brille erfahren haben. Diese soll nicht mehr als 150 Gramm wiegen und damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Lösungen mitbringen. Möglich mache das ein Design mit Hybrid-Fresnel-Linsen aus Kunststoff. Diese Art von Linsen bieten Vorteile in Sachen Gewicht bei der erforderlichen geringen Brennweite, engen das Blickfeld aber ein. Es sei daher stets ein Kompromiss aus Gewicht und Blickfeld zu suchen.

Apple werde insgesamt sechs Fresnel-Linsen in seine Brille verbauen, für jedes Auge drei übereinander. "Der Zweck dieses Designs ist es, das FOV ( Field of View, Blickfeld, Anm. d. Red. ) zu verbessern und Gewicht und Dicke zu reduzieren. Wir glauben, dass Apple ein hybrides Fresnel-Linsen-Design verwenden wird, um die optische Leistung der Fresnel-Linse weiter zu verbessern (z. B. Vignettierung und optische Artefakte zu verbessern), und jede hybride Fresnel-Linse umfasst drei gestapelte Fresnel-Linsen. Wir glauben, dass Apples Design eine bessere Balance zwischen dem FOV und dem Formfaktor des HMD (Head Mounted Display) erreicht", schreibt Kuo in einer Anlegernotiz.

Die leichtgewichtigen Linsen soll entweder Young Optics oder Genius Electronic Optical liefern. Der Preis für Apple Glass, das Kuo im kommenden Jahr erwartet, werde bei rund 3000 US-Dollar liegen.  "Das Material der Apple HMD-Fresnel-Linse ist Kunststoff. Aufgrund des angepassten Materials und der Beschichtung ist die Lichtdurchlässigkeit nicht geringer als bei Glas", behauptet Kuo, diese spezielle Technologie mache das Produkt auch so teuer.

Über Apples AR-VR-Projekt drehen sich seit Jahren Spekulationen, nach Kuos Vorstellungen hegt Apple Pläne bis weit in die dreißiger Jahre hinein. Im Jahr 2022 soll zunächst ein Headset (HMD) erscheinen, dieses soll mit 15 Kameras arbeiten . Eine Brille mit der für erweiterte und virtuelle Realität notwendigen Technik könnte 2025 erscheinen. Bis 2040 werde Apple mit der Miniaturisierung so weit kommen, dass sogar AR-Kontaktlinsen möglich sein werden .

Eine Fresnel- oder auch Stufenlinse ist nach ihrem Entwickler, dem französischen Physiker Augustin Jean Fresnel, benannt. Um Material und damit Gewicht zu sparen, sind die brechenden Flächen für eine Fokussierung in Stufen angeordnet und nicht konkav geschliffen. Damit sind bei gleicher Masse kürzere Brennweiten möglich. Ursprünglich für Leuchttürme gedacht, finden Fresnel-Linsen schon länger in VR-Brillen Einsatz, Apples Entwicklung mit einer Schichtung von drei Linsen pro Auge dürfte relativ neu sein. In Kunststoff sind Stufenbreiten von nicht mehr als 10 Mikrometer möglich, wie das Lexikon der Optik von spektrum.de erklärt .

Macwelt Marktplatz

2575741