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Kyiv: Software-Entwickler machen trotz Bombengefahr weiter

07.03.2022 | 14:00 Uhr | Thomas Hartmann

Nachts im Schutz der Tiefgarage im Auto übernachten, tagsüber mit dem Macbook in der Badewanne – so sieht der Tag einer Softwareentwicklerin in Kyiv derzeit aus.

Zwischen Luftangriffen und Raketeneinschlägen arbeitet Julia Petryk, Macpaws PR-Managerin, in ihrer Badewanne in der Ukraine, wie es ein von ihr geteiltes Foto zeigt. Es sei der sicherste Ort in ihrer Kyiver Wohnung. Auch Interviews hat sie von dort schon gegeben. Das berichtet Cult of Mac in einem ausführlichen Artikel über die Situation speziell von Macpaw in Kyiv.

Macpaw ist vorwiegend bekannt für sein Mac-Wartungsprogramm CleanMyMac X und das Software-Abo Setapp. Mit Julia waren wir gerade zu Beginn des neuen Dienstes in engem E-Mail-Kontakt. Auch über das von den dortigen Mac-Enthusiasten der Softwareschmiede angelegte Apple-Museum in Kyiv haben wir berichtet .

Russische Raketen treffen die Hauptstadt

Doch gefährdeter als noch so wertvolle und alte Maschinen sind die Menschen dort – die Gefahr besteht, dass russische Raketen und Bomben auch in der ukrainischen Hauptstadt vermehrt einschlagen. Umso bewundernswerter, dass so viele Menschen dort aushalten und wie Angestellte von Macpaw auch weiter arbeiten, so gut es eben geht. Und man nimmt auch an den Sanktionen gegenüber Russland auf seine Weise teil – so können russische und belarussische User die Angebote von Macpaw oder anderen dort ansässigen Entwicklern nicht mehr nutzen. Aus Kyiv kommt eine ganze Reihe von inzwischen schon fast klassisch gewordenen App -Entwicklungen für iPhones und Macs, etwa von Belight Software, Macpaw, Readdle oder Unclutter, wir berichten auch darüber . Ebenso, wie Entwicklung und Service zum Beispiel durch im ukrainischen Ausland genutzte Server weitergehen.

Macpaw stellt Dienste bereit

Auch die eigenen Leute im Land unterstützt man: Macpaw etwa bietet den Ukrainern kostenlosen Zugang zu seiner App für virtuelle private Netzwerke, ClearVPN . Bereits 75.000 Menschen sollen diese App nutzen. Journalisten, die über den Krieg in der Ukraine berichten, erhalten demnach ein kostenloses Jahresabonnement für CleanMyMac X. Bislang sollen die Produkte und Dienste von Macpaw ohne Unterbrechungen funktionieren. Dies können wir von unserem eigenen Mac bestätigen – Setapp und alle damit von uns eingesetzten Programme machen keinerlei Probleme.

Setapp Abo inkl. CleanMyMac X für 10 Euro/Monat

Natürlich haben die Entwicklerinnen und Entwickler von Macpaw wie wohl alle Menschen in Kyiv Angst vor dem, was noch kommt. Doch trotz der Möglichkeiten, Ort und Land zu verlassen, haben viele davon nicht Gebrauch gemacht. Ebenso wenig wie der ukrainische Präsident Selenskyj oder die Klitschko-Brüder, die sich ebenfalls weiter in der Hauptstadt aufhalten sollen und nicht weichen wollen.

So gut wie es geht, trifft man Vorsorge. So hat Macpaw dem Bericht zufolge Rucksäcke mit Not-Rationen und Vorräten für alle Mitarbeitenden gefüllt.

Der ausführliche Artikel von Cult of Mac bringt viele weitere Details und Fotos aus der bedrückenden Situation in Kyiv – die es umso bewundernswerter machen, wie sehr die Menschen dort aushalten und für ihr Land und ihre Lebensweise einstehen.

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