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Laurene Powell Jobs investiert in Journalismus

04.03.2019 | 09:14 Uhr | Peter Müller

Unabhängiger Journalismus im 21sten Jahrhundert nur durch Mäzenatentum möglich? Steve Jobs' Witwe investiert in Demokratie.

Steve Jobs' Witwe Laurene Powell Jobs investiert über ihren Think Tank und Risikokapitalgeber Emerson Collective in Journalismus. Dabei hat das Unternehmen die Mehrheitsbeteiligung von Magazinen wie "The Atlantic" und dem Pop-Up-Magazin sowie der Nachrichtenwebsite "Axios" übernommen. Auf der  Konferenz "Lesbians Who Tech" in San Francisco erklärte Power Jobs am Freitag gegenüber Recodes Kara Swisher ihre Beweggründe: Sie sei von Sorge über den Journalismus und damit der Demokratie getrieben.

Die Attacken auf Journalisten, die etwa der US-Präsident via Twitter führe, seien wie "aus dem Lehrbuch für Diktatoren". Dies entfalte bereits destruktive Wirkung, das Vertrauen in Zeitungen und Journalisten sei dadurch auf ein historisches Tief gesunken. Journalismus ist für Powell Jobs aber ein integraler Bestandteil der Demokratie. "Die fehlende Möglichkeit der Leute, relevante lokale Nachrichten zu finden, bringt unsere Demokratie in Gefahr, ebenso unsere Fähigkeit zu kontroverser Diskussion und unser Vermögen sich untereinander zu verstehen," warnt Powell Jobs. Die Witwe des Apple-Gründers ist indes nicht die einzige wohlhabende Persönlichkeit, die gleich eines Mäzens in freie Presse investiert. Amazons Jeff Bezos gehört seit geraumer Zeit die "Washington Post" und Salesforce-CEO Mark Benioff hat das "Time Magazine" gekauft.

Im digitalen Zeitalter, in dem Verleger weiter nach Geschäftsmodellen suchen, um unabhängigen und hochwertigen Journalismus zu finanzieren, ist Mäzenatentum eine Option. Erlösmodelle, die den Leser via Abo das Objekt finanzieren lassen, funktionieren nur teilweise, Online-Werbung berührt immer wieder die Grenzen des Datenschutzes und überschreitet sie manchmal. Bisher nicht bestätigten Spekulationen zufolge will auch Apple massiv in freien Journalismus investieren, mit seinem News-Service, der auf der letztes Jahr übernommenen App Texture basiert. Nur sind nicht alle Verleger damit einverstanden , dass Apple 50 Prozent der Umsätze für sich behält, vor allem nicht die großen landesweiten liberalen Zeitungen wie die "New York Times", die selbst ein halbwegs erfolgreiches digitales Abo anbietet.

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