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Notrufe via Telekom, Telefónica & Vodafone übermitteln exakten Standort

04.11.2019 | 13:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland/O2 unterstützen seit 10.10.2019 das Notrufsystem AML. Damit wird bei einem Notruf von Android-Smartphones automatisch die Position des Anrufers an die Rettungsleitstelle übermittelt. Das klappt aber noch nicht mit iPhones!

Update 4.11.2019: Wie Brandamtmann Mathias Duensing, Sachgebietsleiter Vermittlungstechnik bei der Landeshauptstadt München (Kreisverwaltungsreferat, Branddirektion) gegenüber der PC-WELT mitgeteilt hat, war die Leitstelle München bereits in die Testphase von AML eingebunden. Die Leitstelle München unterstützt AML von Anfang an. Wer also im Raum München die 112 von einem Android-Smartphone aus wählt, dessen GPS-Daten werden automatisch an die Rettungsleitstelle übermittelt und stehen dem dortigen Disponenten zur Verfügung.

Der AML-Support gilt aber nach wie vor nur für Android-Smartphones, iPhones dagegen unterstützen AML immer noch nicht. Apple dürfte den AML-Support zwar vermutlich längst fertiggestellt haben, schaltet AML aber immer noch nicht frei. Das kann sich aber mit jeder neu erscheinenden iOS-Version ändern und AML kann dann auch auf iPhones unterstützt werden. Somit bleibt für iPhone-Nutzer nur: Abwarten.

Update Ende

Vodafone, Telefónica Deutschland und die Deutsche Telekom haben mitgeteilt, dass deren Mobilfunknetze ab sofort das Notrufsystem AML (Advanced Mobile Location) unterstützen. AML ermöglicht eine genaue Ortung von Hilfesuchenden. Von der Aktivierung von AML im Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland profitieren dem Unternehmen zufolge alle Kunden der Kernmarke O2 sowie alle weiteren Marken und Partnermarken von Telefónica Deutschland (Blau, Aldi Talk, Tchibo mobil, AY YILDIZ, Ortel Mobile, Nettokom etc.), die ein Endgerät mit Android-Betriebssystem besitzen.

Der große Vorteil von Advanced Mobile Location laut O2: „Bei AML übermittelt das Smartphone im Zuge der Kontaktaufnahme über die Notrufnummer 112 den genauen Standort des Anrufers automatisch und bis auf wenige Meter genau an die Rettungsleitstelle. AML-Daten basieren auf exakten GPS-Koordinaten und sind damit weitaus genauer als die bisherige grobe Ortung über Funkzellen. Die Rettungsdienste können damit die Position von Hilfesuchenden exakt bestimmen und damit noch schneller an den Einsatzort gelangen.“

Die Standortübermittlung via AML ist besonders in ländlichen Gegenden, im Wald oder an abgelegenen Orten von Vorteil, wo sich ein Anrufer oft schwer tut die eigene Position exakt zu beschreiben. Außerdem hilft AML natürlich immer dann, wenn der Anrufer ortsfremd ist und überhaupt nicht weiß, wo er sich genau befindet.

Telefónica Deutschland beschreibt die Hintergründe so: „In Zusammenarbeit mit den Rettungsleitstellen und den deutschen Netzbetreibern wurde das System im September 2019 bundesweit gestartet. Auf Seiten der Behörden betreiben die Integrierte Leitstelle Freiburg-Breisgau Hochschwarzwald sowie die Berliner Feuerwehr den zentralen AML-Endpunkt. Der AML-Service wird nun sukzessive in allen rund 250 deutschen Rettungsleitstellen implementiert, die den Notruf 112 entgegennehmen. Bereits heute kann rund ein Drittel aller Leitstellen die AML-Daten von Mobilfunkkunden empfangen.“

Das AML-System benötigt keine eigene App, sondern ist in die Betriebssysteme Google Android und Apple iOS direkt integriert. Kunden müssen also keine Anwendung installieren oder anderweitig aktiv werden. Sobald sie die Notrufnummer 112 wählen, wird der Standortdienst (GPS) im Smartphone automatisch aktiviert und die genaue Position kostenlos direkt an die zuständige Leitstelle übermittelt.

Technische Voraussetzung: Android Emergency Location Service (ELS), Googles Ausführung von AML, wird von allen Smartphones mit Android 4.0 und höher unterstützt, sofern die Google Play Services installiert sind. Bei Apple wird - sobald die iPhones AML offiziell unterstützen - vermutlich iOS 11.3 Mindestvoraussetzung sein.
Datenschutz: Google habe AML so entwickelt, dass Standortdaten nur übermittelt werden, wenn der Smartphone-Nutzer die Notrufnummer 112 wählt. Die Daten werden nur eine Stunde lang im zentralen AML-Endpunkt gespeichert und danach gelöscht. Dann stehen sie nur noch der zuständigen Leitstelle zur Verfügung.

iPhones unterstützen Notrufe mit Standortübermittlung via AML in Deutschland aktuell (4.11.2019) noch nicht : Apples Betriebssystem iOS unterstützt seit Version 11.3 grundsätzlich AML. Allerdings waren die iPhones am 10. Oktober 2019 zum offiziellen Start von AML in Deutschland noch nicht mit dabei und sind es auch bis heute (4.11.2019) nicht. Apple hat den AML-Support aber längst getestet und in einigen Staaten außerhalb von Deutschland arbeiten iPhones bereits mit AML zusammen. Wie PC-WELT aus gut informierten Kreisen erfahren hat, dürfte Apple die AML-Nutzung in Deutschland ebenfalls bald frei geben.

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