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Legales Filesharing

05.02.2004 | 11:37 Uhr | Stephan Wiesend, Stephan Wiesend

Legales Filesharing

Der Tausch von raubkopierten Dateien ist aber nicht die einzige sinnvolle Nutzungsmöglichkeit eines Filesharingprogramms. Auch wenn manche dies als Lippenbekenntnis werten mögen, gibt es einige legale Aufgaben. Ist doch etwa das Filesharing-System Bittorrent eine großartige Möglichkeit, ohne teure Server große Daten per Internet zu verteilen. Dabei kann es sich schließlich auch um legale Software wie Linux-Distributionen oder Spiele-Demos handeln, nicht nur um den illegalen Kino-Hit. Ein Beispiel: Sobald etwa die bald zu erwartende Demoversion von Bungies Computerspiel Halo zur Verfügung steht, wird folgendes passieren: Einige tausend Mac-Begeisterte werden gleichzeitig versuchen die Datei von einem Server auf ihren Rechner zu laden. Natürlich wird dies nicht funktionieren und erst nach einigen Tagen wird jeder problemlos seine Shooter-Demo laden können. Schließlich kann sich nicht jede Firma ein teures Akamai-System zur Lastenverteilung leisten, wie es etwa Apple für seine Downloads nutzt. Mit einem Tool wie Bittorrent könnten derartige Dateien aber kostengünstig und sehr schnell verteilt werden. Stellt doch jeder Nutzer der eine Datei downloadet auch gleichzeitig Netzbandbreite zum Upload zur Verfügung - von der alle Interessenten an der Datei profitieren können. Im Prinzip verteilt sich dann die Downloadlast auf viele kleine Server.
Leider sind die in Deutschland in Privathaushalten weit verbreiteten ADSL-Anschlüsse für Techniken wie Bittorrent eher ungeeignet. Beim Standard-T-DSL-Anschluss stehen dem theoretischen Downloadvolumen von 768 KBit nur ein Uploadvolumen von 128 KBit gegenüber. Während man also mit großem Tempo eine Datei herunterladen kann, stellt man der Gemeinschaft nur einen Bruchteil der Bandbreite zur Verfügung. Besser funktioniert diese Technik daher im universitären Bereich oder den amerikanischen Kabelmodems wo die Upload und Downloadkapazität etwa gleich ist.

Big T isn't watching you

Eine weitere Gefahr droht dieser Technik aber von Seite der Internet-Provider. Schließlich werden wohl auch die Anbieter von Internetzugängen auf absehbare Zeit die Nutzung von Tauschbörsen beschränken wollen, auch wenn beim derzeitigen harten Konkurrenzkampf kein Anbieter der Erste sein. Abgesehen von der rechtlichen Seite sind Tauschbörsen-Kunden, die permanent Daten downloaden, sowieso zu teuer, da sie sehr viel Bandbreite verbrauchen. Einige Anbieter wie Tiscali haben offenbar bereits den Zugang zu den entsprechenden Ports beschränkt haben, was trotz Flatrate zu extrem langsamen Downloads bei Filesharingprogrammen führt. Auf Nachfragen erklärte uns die T-Online-Pressestelle: "T-Online überwacht seine Kunden nicht. Es liegt also alleine in der Verantwortung unserer Kunden, was sie mit ihrem Internetzugang anfangen. Der Missbrauch unseres Zugangs, darunter fällt zum Beispiel auch das illegale Tauschen urheberrechtlich geschützter Inhalte, ist aber per AGB untersagt."

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