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Welche Folgen hat Brexit für das Web?

13.03.2019 | 16:26 Uhr | Stephan Wiesend

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU bleibt auch für englische Webseiten mit der Domain .eu nicht ohne Folgen.

Der Brexit, sollte er bald stattfinden, hat auch auf zahlreiche Webauftritte Auswirkungen, wie jetzt der Registrar Eurid warnt. Die vom belgischen Unternehmen Eurid verwaltete Top-Level-Domain .eu ist nämlich nur für Unternehmen und Bürger aus der EU (sowie Liechtenstein, Island und Norwegen) zugänglich.

Tritt das Vereinigte Königreich am 30. März aus der EU aus, sind für Unternehmen und Personen aus dem Königreich keine Registrierungen und Verlängerungen bestehender Domains mehr möglich. Ab 23. März werden die englischen Nutzer einer .eu-Domain außerdem angeschrieben, dass sie zwei Monate Zeit für den Umzug bzw. Angabe von gültigen EU-Adressdaten haben. Am 30. Mai werden die Domains andernfalls gesperrt und sind ab 30. März 2020 wieder frei verfügbar und können neu belegt werden. Die Termine stehen aber noch nicht fest: Erfolgt der Austritt erst am 31. Dezember 2020, werden die Domains erst am 2. März 2021 gesperrt und können am 1. Januar 2022 wieder frei registriert werden.

Unsere Meinung:

Betroffen sind von der Änderung laut der Zeitung Express immerhin etwa 317 000 britische Webseiten. Man sollte die Auswirkungen aber nicht überschätzen: Abgesehen von der EU selbst wird die Domain .eu eher selten verwendet und laut Wikipedia sind die Adressen für Firmen oft nur eine Art Zweit-Adresse, die sofort zur Hauptseite mit .com oder co.uk-Domain weiterleitet – gibt man beispielsweise die Adresse bbc.eu ein, landet man (noch) auf bbc.co.uk.

Gefährlich ist nach unserem Eindruck eher, dass die Adressen nach einem Jahr wieder frei werden und von Spammern belegt werden könnten. Termine dieser Art werden von Unternehmen nach unserer Erfahrung oft übersehen und der an den Brexit gebundene Termin ist aktuell noch völlig unklar.

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