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Leichtsinn bei Passwörtern hält weiter an

02.06.2021 | 09:32 Uhr | Thomas Hartmann

In der Corona-Krise haben die Deutschen mehr digitale Dienste mit Login ausprobiert: Vor allem Onlineservices sind beliebt. Das Thema "Passwort" bleibt aber schwierig.

Die Dienste Web.de und GMX, die beide zu 1&1 gehören, haben Daten veröffentlicht, die repräsentativ sein sollen für die deutsche Gesamtbevölkerung ab 18 Jahren. Demnach hat das Marktforschungsunternehmen Bilendi im Mai 2021 insgesamt 1000 deutsche Internet-Nutzer:innen ab 18 Jahren befragt. Daraus ergeben sich einige interessante Erkenntnisse. So haben in der Corona-Krise User in Deutschland mehr digitale Dienste mit Login ausprobiert. Ein gutes Drittel (33 Prozent) sind demzufolge mit Benutzername und Passwort bei bis zu 20 Online-Diensten registriert. Das entspricht einer Steigerung um fast die Hälfte, denn im Vorjahr waren es lediglich 18 Prozent. Doch, wie es in der Presseinformation heißt, die Zahl der ”Passwortsünder” bleibt hoch: Die Mehrheit (61 Prozent) der Internetnutzer:innen verwendet hierzulande nach wie vor ein und dasselbe Passwort für mehrere (55 Prozent) oder sogar alle (6 Prozent) Dienste (Vorjahr: 60 Prozent). Jeder Fünfte (19 Prozent) sei sogar bereits Opfer eines Passwortdiebstahls geworden.

Bereitschaft zum Ändern des Passwortes steigt

Doch Information scheint etwas zu bewirken: Über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) ändert demnach im Anschluss an Medienberichte zu Hacks und Datenlecks die Passwörter bei den betroffenen Diensten. Ein Viertel (25 Prozent) geht noch einen Schritt weiter und ändert die Zugangsdaten auch bei anderen Diensten, die ebenfalls betroffen sein könnten. Individuelle Passwort-Checks bei Services wie haveibeenpwned.com haben 21 Prozent der Befragten schon einmal durchgeführt.

Insgesamt gibt jeder Zweite an, in den vergangenen zwei Jahren etwas (25 Prozent) oder sogar deutlich vorsichtiger (25 Prozent) beim Umgang mit den eigenen Passwörtern geworden zu sein. Den höchsten Wert auf ein sicheres Passwort legen die meisten bei Onlinebanking (88 Prozent), Online-Payment (71 Prozent) und der persönlichen E-Mail-Adresse (50 Prozent).

Deutlich angestiegen ist auch die Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hat demnach eine 2FA bei mindestens einem Onlinedienst aktiviert, zusätzlich zum verpflichtenden Einsatz beim Onlinebanking (Vorjahr: 40 Prozent).

Ferner wird auch der Umgang mit Passwörtern umsichtiger und das heißt auch kreativer. 80 Prozent verwenden demzufolge Sonderzeichen (Vorjahr: 73 Prozent); jeder Zehnte (12 Prozent) Leerzeichen. Und auch bei der Länge halte sich die überwiegende Mehrheit (82 Prozent) an die Empfehlungen von Sicherheitsexperten und verwendet Passwörter mit mehr als acht Zeichen (Vorjahr: 77 Prozent). Persönliche Informationen sollen nur noch jeder sechste (17 Prozent) nutzen, also etwa Geburtstage oder Spitznamen.

Wie sich die Nutzer Passworte merken

Wie aber merkt man sich diese verschiedenen Passwörter für unterschiedlichste Dienste? Wenn es um das Management der eigenen Passwörter geht, setzt ein Drittel der Befragten (33 Prozent) auf den ”Passwortsafe im Kopf”. Weitere 27 Prozent notieren Passwörter auf einem sicher verwahrten Zettel, gut jeder Zehnte (12 Prozent) verwende eine spezielle Passwort-Manager-Software. Deutlich seltener ist das Speichern im Browser (8 Prozent), eine digitale Passwort-Liste auf der Festplatte des eigenen Computers (4 Prozent) oder ein entsprechendes Dokument im Cloud-Speicher (2 Prozent).

Der „Tag der Passwort-Sicherheit“ wird seit 2011 von Web.de ausgerufen, um das Bewusstsein der Internet-Nutzer:innen für Passwörter zu stärken. Das Internet-Portal fordert an diesem Tag dazu auf, sichere Passwörter zu wählen und jeden Dienst mit einem eigenen komplexen Passwort zu versehen.

Die komplette Meldung mit weiteren Informationen und Grafiken zum Thema findet sich hier.

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