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Lieferprobleme von iPhones und Macbooks weiten sich aus

13.05.2022 | 14:40 Uhr | Stephan Wiesend

In China führen Lockdowns noch immer zur Personalmangel und Logistik-Problemen. Das merkt man an dem Apple Store.

Lieferprobleme bei Apple-Produkten gab es schon öfter, aktuell scheint sich die Situation aber eher zu verschlechtern.

Mac und Studio Display

Bisher waren vorwiegend bestimmte Modelle der Macs von Lieferproblemen betroffen: Bestellen Sie ein Macbook Pro 14-Zoll, liefert der Apple Store es erst im Juli aus (laut Store zwischen 11. bis 25. Juli), das Topmodell Mac Studio Ultra erhalten Sie ebenfalls erst zwischen 11. und 25. Juli.  Besonders lang ist die Lieferfrist aber, wenn Sie das neue Studio Display in der Version mit Nanotexturglas bestellen wollen:  Bei sofortiger Bestellung können Sie Ihr neues Display erst am 1. August im Apple Store abholen. Bisher werden die Apple Stores aber bevorzugt beliefert, hier sind noch viele Geräte problemlos erhältlich, hauptsächlich direkt im Store. So ist die Standardausführung des Mac Studio oder des Studio-Displays in vielen Stores sofort abholbereit – bei einer Bestellung nach Hause wartet man bis zu 10 Wochen. Schlechter sieht es im Fachhandel aus, in Foren sprechen Händler bereits von Bestellproblemen für die neuen und recht begehrten Macbook Pro-Modelle.

Der Grund dafür sind offensichtlich Lockdowns in China. Durch die Quarantänemaßnahmen in Shanghai ist noch dazu ein für die Macbook-Produktion wichtiges Werk von Quanta betroffen – Apples Macbook-Produzent. Wie Bloomberg berichtete , gab es hier letzte offenbar sogar körperliche Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Offiziellen, die Arbeiter befürchten noch wochenlange Lockdowns der Anlage. Aktuell findet die Produktion unter einem „closed loop“-System statt, bei dem die Arbeiter abgeschottet auf dem Werksgelände arbeiten und leben. Zusätzlich gibt es Logistikprobleme durch Staus an den Häfen und Kontrollen des Lastverkehrs. Sowohl die Auslieferungen fertiger Geräte als auch die Anlieferung mit notwendigen Komponenten wird behindert und soll bei Quanta und anderen Fertigungsstätten bei 10 bis 20 Prozent der Maximalkapazität liegen. Wie die Digitimes berichtet , soll die Notebook-Produktion erst im Juli wieder mit voller Kapazität laufen können.

iPhone

Mittlerweile sind aber auch einige iPhone-Modelle betroffen. Wollen Sie etwa ein aktuelles iPhone 13 Mini in Schwarz kaufen, haben laut Preisvergleichsseiten nur noch ganze drei Fachhändler in Deutschland eines der Geräte vorrätig. Selbst beim Kauf im Apple Store müssen Sie immerhin zwei Wochen auf die Lieferung warten. Aber auch beim schwarzen iPhone 13, wohl Apples meistverkauftes Modell, wird der Bestand dünner. So sind das schwarze iPhone 13 Pro und iPhone 13 gerade noch bei knapp einem Dutzend Händler vorrätig.

Auffällig: Bei weniger begehrten Modellen oder der Vorjahres-Generation sieht es anders aus, bei Modellen wie dem iPhone 12 oder iPhone 12 Mini gibt es keine Engpässe, offenbar sind hier die Lager dank früherer Lieferung noch voll. Auch vom wenig erfolgreichen iPhone SE 2022 gibt es noch genug Bestand.

Bei den neuen Modellen scheinen Lieferprobleme die Ursache zu sein, wenn sich auch die iPhone-Produktion auf mehrere Produktionsstätten aufteilt. Dass es hier zu Problemen kommt, bestätigt eine Meldung des Apple-Zulieferers Foxconn. Neben weiteren Geschäftsrisiken warnte der CEO des Smartphone-Produzenten vor steigenden Problemen durch Lieferengpässe. Probleme mit der Lieferung per Schiff lassen sich aber durch die Lieferung per Luftfracht umgehen, hauptsächlich bei iPhones könnte sich die Situation deshalb schnell wieder entspannen. Schade für Schnäppchenjäger: Viele aktuelle Modelle sind weiter im Apple Store zum Listenpreis zu haben, Sonderangebote des Fachhandels werden aber immer seltener.

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