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Luca-App in Mecklenburg-Vorpommern als Kontaktnachverfolgung freigegeben

12.03.2021 | 16:45 Uhr | Halyna Kubiv

Statt Zetteln und Kulis werden in Meklenbrung-Vorpommern nun QR-Codes zum Einchecken genuntzt. So werden GesundheitsÀmter entlastet.

Ab heute startet die Luca-App in Mecklenburg-Vorpommern als eine empfohlene Methode, die Kontakte bzw. Besucher in der Gastronomie, aber auch in Einzelhandel, bei den Behörden und ĂŒberall dort, wo öffentliches Leben stattfindet, nachzuverfolgen. Das Bundesland hat mit den Betreibern der App einen Vertrag abgeschlossen, der die Nutzung des Systems in der Wirtschaft und Anbindung an die GesundheitsĂ€mter in Mecklenburg-Vorpommern erlaubt. Nach eigenen Angaben kostet die Lizenz dafĂŒr knapp 440 000 Euro , damit soll die Nutzung fĂŒr alle Betriebe abgedeckt werden.

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Luca-App soll das Problem mit den Papierlisten und dort eingetragenen Kontakten lösen und das Prozedere digitalisieren. Bislang befreite kein digitales Tool die Betreiber von Restaurants oder anderen Einrichtungen von der Dokumentationspflicht, fĂŒr gewöhnlich mussten sich die GĂ€ste schriftlich in eine Liste eintragen. Dies fĂŒhrte zu einem Datenstau bei den GesundheitsĂ€mtern: Die Kontaktnachverfolger mussten bei einer bestĂ€tigten Infektion die Listen vom Betreiber anfordern, die Daten entsprechend entziffern und die Betroffenen kontaktieren. Diese Schritte konnten bis zu ein paar Tagen dauern, die Digitalisierung der Besucher-Listen und die direkte Anbindung an die Systeme der GesundheitsĂ€mter soll diese Vorgehensweise auf einige Stunden statt Tagen verkĂŒrzen und die Mitarbeiter der GesundheitsĂ€mter entlasten. Auf die Frage der Journalisten, warum erst nach einem Jahr Corona-Pandemie der Datenaustausch zwischen Einzelhandel, Gastronomie und weiteren Betrieben und den GesundheitsĂ€mtern digitalisiert werden kann, antwortete MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig, dass die Corona-Warn-App eine solche Funktion nicht habe.

Luca-App: die EinschÀtzung der Experten

Die Nutzung der App ist freiwillig, bislang haben sich in Mecklenburg-Vorpommern rund 3000 Betriebe entschlossen, das System von Luca-App zu nutzen. Die App wurde bislang lediglich eine Million Mal heruntergeladen, deren Nutzen ist allerdings in wenigen Pilot-Gegenden sichtbar, sobald weitere GesundheitsĂ€mter sich an das System anschließen, wird auch die App bei den Nutzern mehr verbreitet. Auf die Kritiker der DatenschĂŒtzer, dass die Entwickler keinen Einblick in den Quellcode erlauben, antwortete Patrick Hennig, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Berliner Start-ups Nexenio, dass in den nĂ€chsten Tagen der Quellcode fĂŒr iOS-, Android und die Webversion der App zur VerfĂŒgung stehen wird. Zudem hat Nexenio bereits eine Zusammenfassung des Sicherheitskonzeptes hinter der App veröffentlicht.

Wie gut Luca-App und digitalisierte Datenaustausch zwischen der Wirtschaft und den GesundheitsÀmtern funktioniert, wird sich wohl in den kommenden Wochen zeigen. Derweil plant auch Berlin auf die App bei der Kontaktnachverfolgung zu setzen.

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