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M1-Macbook mit M2-Prozessor aufrüsten – geht das?

28.06.2022 | 17:30 Uhr | Stephan Wiesend

Eigentlich könnte man ein M2-Mainboard auch in ein Macbook M1 einbauen. Laut ersten Tests gibt es da aber einige Probleme.

Das neue Macbook Pro mit M2-CPU ähnelt seinem Vorgänger sehr stark. Der größte erkennbare Unterschied ist der neue M2-Chip bzw. ein neues Mainboard. Mancher fragt sich da, ob man ein schnelles M2-Mainboard nicht einfach in ein altes M1-Macbook Pro einsetzen könnte? Bei Reparaturen ist der Mainboard-Austausch schließlich eine häufige Standard-Prozedur, und auf Ebay findet man bereits die ersten M1-Mainboards defekter Macbook Pro. Zugegeben: In der Praxis macht dies aktuell wirtschaftlich wenig Sinn, schon in einigen Monaten könnten aber bereits die ersten M2-Mainboards auf Ebay auftauchen – als Resteverwertung nach einem Wasserschaden oder einem anderen Defekt.

Aufrüsten ging immer leicht

Bei vielen älteren Macs war es schließlich selbst für Laien möglich, die CPU aufzurüsten. So konnte man beim Mac Pro von 2013 die originale Xeon-CPU relativ leicht durch eine schnellere Version ersetzen. Die fest mit dem Mainboard verlötete M2-CPU selbst kann man zwar nicht austauschen, das komplette Mainboard aber sehr wohl. Erste Versuche zeigen aber, dass man bei einem aktuellen Mac da schnell gegen eine Wand laufen kann.

Auf Youtube wurden bereits die ersten Austauschversuche unternommen, erst diesen Montag erschien etwa ein Video von Luke Miani. Der Youtuber konnte in diesem Video das Mainboard eine Macbook Pro M2 erfolgreich ausbauen und in ein M1-Macbook einsetzen – es passt zumindest von den Abmessungen her genau. Schon diese Arbeit entpuppte sich allerdings schnell als zeitaufwendig und kann schnell zu einer Beschädigung des Mainboards führen. Das Modul ist nämlich durch neun Klammern befestigt, die beim An- und Abstecken schnell beschädigt werden. Auch das Öffnen des Gehäuses und weitere notwendige Zerlegearbeiten sind aufwendig und erfordern Fingerspitzengefühl. Zur Enttäuschung von Miani blieb allerdings nach dem Austausch des Mainboards der Bildschirm schwarz. Auch das zusätzliche Wechseln des Touch-ID-Moduls zwischen den beiden Modellen brachte keine Verbesserung. Das Gerät verweigerte das Booten und selbst Startversuche über Spezialsoftware wie Apple Konfigurator half nicht weiter. Erst nach dem Einbau in die Ursprungsgeräte funktionierten die beiden Mainboards wieder problemlos, der Austausch ist aber komplett gescheitert.

Offensichtlich ist der Austausch des Mainboard bisher nicht möglich – falls nicht ein weiterer Workaround bekannt wird. Vermutet wird, dass eine neue Anbindung von Tastatur und Trackpad das Booten verhindern könnte, hier hat Apple anscheinend doch ein neues Modul verwendet.

Unsere Meinung

Leider ist das Aufrüsten eines aktuellen ARM-Macs nachträglich nicht mehr möglich. Ob dies Apple absichtlich verhindert? So ist es ja beim Mac Studio nicht einmal möglich, die integrierte SSD durch eine größere SSD eines anderen Mac Studio zu ersetzen. Offensichtlich soll sich der Kunde schon beim Kauf für eine bestimmte Ausstattung entscheiden oder den Rechner eben umtauschen. Dabei geht es nicht um Reparaturen: So hat Apple im Rahmen des neuen Programms Self Service das einfache Reparieren von Macs versprochen. Dabei geht es aber eben nur um das Beheben von Defekten und eben nicht das Aufrüsten – was auch der Apple Store nicht anbietet.

 

 

 

 

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