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MWC: Größte Mobilfunkmesse wegen Coronavirus abgesagt

13.02.2020 | 08:30 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Veranstalter haben nun offiziell den Mobile World Congress 2020 in Barcelona abgesagt. Die Begründung.

Update, 13.2.2020, 08:30 Uhr: Wir haben den Artikel von Mittwochnacht um neue Informationen ergänzt.

Nach einer Vielzahl von Absagen - zuletzt auch von Nokia - hat der Veranstalter GSMA nun offiziell am Mittwochabend die weltweit größte Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs abgesagt. Damit findet der Mobile World Congress zum ersten Mal seit dem Jahr 2006 nicht statt.

In dem Statement der Veranstalter heißt es:

Mit Rücksicht auf ein sicheres und gesundes Umfeld in Barcelona und dem heutigen Gastgeberland hat die GSMA den MWC Barcelona 2020 abgesagt, weil die weltweite Besorgnis über den Ausbruch des Coronavirus, die Anreiseprobleme und andere Umstände es der GSMA unmöglich machen, die Veranstaltung durchzuführen.

Alle beteiligten Parteien der Gastgeberstadt respektieren und verstehen diese Entscheidung.

Die GSMA und die Stellen der Gastgeberstadt  werden weiterhin gemeinsam arbeiten und sich gegenseitig bei der Durchführung des MWC Barcelona 2021 und zukünftigen Ausgaben unterstützen.

Unser Mitgefühl gilt derzeit den Betroffenen in China und auf der ganzen Welt.

Ursprünglich sollte der Mobile World Congress 2020 (MWC) vom 24. bis 27. Februar 2020 in Barcelona stattfinden.Bei der Gelegenheit wollten auch viele Smartphone-Hersteller ihre Neuheiten der Öffentlichkeit vorstellen. In den letzten Tagen häuften sich allerdings die Absagen großer Aussteller, die aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs nicht mehr an der Messe teilnehmen wollten. Die Liste wurde immer länger und zuletzt hieß es, dass ungefähr 10 Prozent des zur Verfügung stehenden Platzes in den Hallen leer gestanden hätte. Hinzu kam sicherlich auch noch die Sorge, unnötig die Gesundheit der Teilnehmer zu riskieren. Veranstalter des MWC ist die GSM Association, der alle großen Mobilfunkunternehmen weltweit angehören.

Für das neue Coronavirus hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO am 30. Januar 2020 den globalen Notfall ausgerufen. Die Lage hat sich über die vergangenen 24 Stunden nochmals verschlechtert. Nach aktuellem Stand (13.2.2020, 08:30 Uhr) wurden bisher knapp 60.400 Infektionen gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Anzahl der bekannten Infektionen damit um über 15.000. Allein etwa 60.000 (Vortag: 44.600) Erkrankungen werden aus China und insbesondere aus der Region Hubei gemeldet. An dem Virus sind bisher 1.369 Personen gestorben, davon 1.310 Menschen in Hubei. In Deutschland wurden bisher 16 Infektionen registriert.

Bisher gibt es noch keinen Impfstoff und auch kein direktes Heilmittel für das Coronavirus (2019-nCoV). Die Behandlung erfolgt so wie bei einer Grippeinfektion. Von der Erkrankung konnten sich bis heute knapp 6.000 Menschen komplett erholen. Am Dienstagabend  (11.2.2020) hat die WHO dem neuen Coronavirus auch einen offiziellen Namen gegeben: Covid-19. Der Name setzt sich aus "Coronavirus", "disease" (Krankheit) und der Jahreszahl des ersten Ausbruchs zusammen.

Aufgrund der Situation hatten bis Mittwochabend unter anderem die folgenden Unternehmen ihre Teilnahme am Mobile World Congress 2020 abgesagt oder zumindest stark eingeschränkt:

  • Amazon

  • Ericsson

  • Facebook

  • Intel

  • LG

  • MediaTek

  • Nokia

  • NTT DoCoMo

  • Nvidia

  • Samsung (eingeschränkt: mit weniger Personal)

  • Sony

  • TCL (eingeschränkt: keine offizielle Pressekonferenz)

  • Vivo

  • ZTE (eingeschränkt: keine Keynote)

In einer Mitteilung vom Sonntag (9.2.2020) hatte die GSM Association noch betont, dass der MWC trotz des Coronavirus wie geplant stattfinden solle. Erhöhte Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen sollten aber ebenfalls zum Einsatz kommen, die in Absprache mit den spanischen Behörden kontrolliert und durchgesetzt werden sollten. Generell sollte es beispielsweise allen Personen untersagt werden, am MWC teilzunehmen, die aus der chinesischen Provinz Hubei stammen. Für alle anderen Personen aus China sollten strenge Regeln gelten. So sollte ein Nachweis verlangt werden, dass sie sich mindestens 14 Tage vor dem Besuch des MWC nicht mehr in China aufgehalten hatten. Für den Coronavirus wird von einer Inkubationszeit von 14 Tagen ausgegangen. Zusätzlich sollten auf dem MWC-Messegelände verstärkte Hygiene-Bedingungen gelten.

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