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Mac Pro: Die Entstehungsgeschichte der Gehäuselöcher

05.07.2019 | 14:00 Uhr |

Das Design des neuen Mac Pro ist umstritten und Apple hat diesbezüglich viele hämische Kommentare über sich ergehen lassen müssen. Tatsächlich gab es erste Anzeichen auf das Design bereits 2015 in einem Artikel über den ehemaligen Chef-Designer Jony Ive.

Das Internet fand schnell einen Grund, sich über den teuersten Apple-Computer aller Zeiten lustig zu machen. Kein Wunder, Apple bot mit dem neuen Mac Pro auch gleich zwei große Angriffsflächen: Zum Einen den enorm hohen Preis von bis zu 50.000 US-Dollar, zum Anderen das Design. Dieses ist letztendlich immer noch eine Frage des persönlichen Geschmacks, jedoch ist der Vergleich mit einer übergroßen (und überteuerten) Käsereibe nicht von der Hand zu weisen.

Auf der linken Seite eine Käsereibe eines Kaufhauses, auf der rechten Seite der neue Mac Pro. Preisunterschied: Rund 49.995 US-Dollar.
Vergrößern Auf der linken Seite eine Käsereibe eines Kaufhauses, auf der rechten Seite der neue Mac Pro. Preisunterschied: Rund 49.995 US-Dollar.
© Apple / Manufactum

Die Löcher dienen natürlich der Luftzufuhr. "Die extreme Performance des Mac Pro erfordert ein äußerst leistungs­fähiges Wärme­manage­mentsystem", erklärt Apple auf seiner Webseite. "Drei Ventilatoren leiten die Luft leise über die CPU und die GPUs und halten sie auch bei intensivster Auslastung kühl. Auf der gegen­überliegenden Seite saugt ein Gebläse die Luft über den Arbeitsspeicher, den Speicher und durch die Strom­versorgung hindurch und leitet sie an der Rückseite der Maschine heraus."

Das Kühlsystem des Mac Pro ohne "löchriges" Gehäuse.
Vergrößern Das Kühlsystem des Mac Pro ohne "löchriges" Gehäuse.
© Apple

Das löchrige Design hat also durchaus seine Daseinsberechtigung, wenngleich man behaupten mag, dass Apples Design-Team ein Produkt hätte entwerfen können, welches man nicht für das Raspeln des nächstgelegenen Gouda-Käses zweckentfremden kann. Dabei hatte Apple wohl bereits 2015 Pläne für ein solches Design. Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht genau wusste, was es damit anfangen soll. Wie 9to5Mac berichtet, wurde eine Variation dieses Designs in einem Artikel im  The New Yorker thematisiert. Offenbar teilte Apple damals beiläufig erste Design-Konzepte mit einem Journalisten, ohne zu wissen, wie es später einmal verwendet werden würde.

Der Artikel im The New Yorker drehte sich eigentlich um den ehemaligen Design-Chef Jony Ive. Allerdings traf der Verfasser des Artikels, Ian Parker , auch zwei Mitarbeiter aus Ives Designteam: Jody Akana und Bart André . Letzterer war es, der dem Journalisten einen ersten Entwurf des heute bekannten Mac Pro Designs zeigte.

"Ive ging los, um ein paar Anrufe zu machen", heißt es in dem Artikel aus 2015, "und André beschrieb seine eigene Routine: Er neigt dazu, um fünf oder sechs Uhr morgens anzukommen, und entwirft oft dann geometrisch komplexe Objekte, welche die Maschinisten später fräsen sollen."

"André stimmte zu, etwas von seinem Schreibtisch zu holen, das er als Untersetzer benutzt hatte. Hergestellt aus hartem, weißem ABS-Kunststoff – dem Material von Legos und Tausenden von Apple-Studiomodellen. Es war eine Scheibe, die durch gleichmäßig angeordnete Löcher durchbohrt wurde. Oder, wie André es ausdrückte: "Es gibt ein Sechseck-Muster von negativen Formen, die von der einen Seite vom Material abgezogen werden, und dann gibt es das gleiche Muster, das von der anderen Seite vom Material abgezogen wird. Aber es ist versetzt, so dass der Schnittpunkt zwischen den beiden Subtraktionen interessante Formen ergibt."

Versetzte, negative Formen: Hat es das Design des Untersetzers in den neuen Mac Pro geschafft?
Vergrößern Versetzte, negative Formen: Hat es das Design des Untersetzers in den neuen Mac Pro geschafft?
© Apple

Die Beschreibung in dem Artikel trifft sehr gut auf das Design zu, welches wir nun am Mac Pro beobachten können. Die Entlüftungslöcher des Mac Pro sind eher kreisförmig als hexagonal, aber das dreidimensionale Gittermuster ähnelt sehr stark dem, was Parker in seinem Bericht beschrieb.

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