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Mac Pro 2019 wird wieder modular

04.06.2019 | 11:20 Uhr | Thomas Armbrüster

Während der Eröffnung der Entwicklerkonferenz stellt Apple den neuen Mac Pro sowie ein 32-Zoll-Display vor. Erhältlich sind sie dann ab Herbst.

Diesmal scheint Apple beim Mac Pro alles richtig zu machen, denn der neue Profirechner glänzt nicht nur durch viele Schnittstellen, sondern auch durch eine sehr gute Zugänglichkeit aller Komponenten. Das Aluminiumgehäuse lässt sich nach Drehen des Verschlusses auf der Oberseite nach oben abheben, sodass alle Komponenten von allen vier Seiten aus zugänglich sind. Fünf verschiedene Prozessoren aus der Xeon-W-Baureihe von Intel bietet Apple an. Die kleinste Version hat acht Kerne, die größte 28. Dazwischen gibt es noch Versionen mit 12, 16 oder 24 Kernen. Insgesamt stehen 12 Steckplätze für DDR4 ECC Speicherbausteine zur Verfügung, die sich bei den beiden größten Prozessoren mit jeweils einem Baustein mit 128 GB ausstatten lassen, um 1,5 TB RAM zur Verfügung zu haben. Die kleineren Prozessoren unterstützen bis zu 1 TB Arbeitsspeicher.

Mac Pro 2019: Die ersten Eindrücke

Grafikkarten: Kein Nvidia

Für Grafikkarten hat Apple die Grafik-Erweiterungsarchitektur MPX Module entwickelt, die über 500 Watt Leistung bietet und Thunderbolt integriert hat. In das Modul lassen sich folgende Grafikkarten installieren: Radeon Pro 580X, Radeon Pro Vega II oder Radeon Pro Vega II Duo. Über eine interne Infinity Fabric Link Verbindung lassen sich zudem zwei Vega II GPUs miteinander verbinden.

Alternativ zu den beiden MPX-Modulen kann man jeweils zwei handelsübliche PCIe-Karten einbauen, außerdem gibt es noch drei weitere PCIe-Slots (1 x16, 2 x8). In den x16-Slot lässt sich die optional erhältliche Beschleunigerkarte Afterburner einbauen, mit der sich ProRes und ProRes RAW Codecs in Final Cut Pro X und QuickTime Player X sowie in dazu kompatiblen Anwendungen anderer Hersteller beschleunigen lassen. Es wird damit die Wiedergabe von drei 8K-Streams mit ProRes RAW oder bis zu 12 Streams mit 4K ProRes RAW ermöglicht.

Speicher und Sicherheitschips

Für die SSDs zur Datenspeicherung stehen zwei Steckplätze zur Verfügung, es wird Module mit 256 GB, 512 GB, 1 TB und 2 TB geben. Vermutlich wird es sich dabei wieder um Speicherkarten mit Apple eigenem Anschluss handeln, in der Pressemeldung steht dazu nichts. Die Verschlüsselung übernimmt wie bei allen aktuellen Mac-Modellen der T2-Chip.

Um den Stromverbrauch der Prozessoren und Erweiterungskarten zu decken, verfügt der Mac Pro über ein Netzteil mit 1,4 KW. Zur Kühlung sind insgesamt vier Lüfter eingebaut. Die Anschlüsse an der Rückseite umfassen zweimal USB 3, zweimal Thunderbolt 3 und zweimal 10Gb Ethernet sowie einen Audio-Anschluss. Zusätzlich gibt es auf der Oberseite des Mac Pro noch zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse. Das Basismodell mit 8-Kern-Prozessor, 32 GB RAM, einer SSD mit 256 GB und einer Radeon 580X soll in den USA 5999 US$ kosten.

Mac Pro 2019: Ein erstes Hands On

Unser Kollege Neil Bennett vom britischen Magazin "Digital Arts" (wie Macwelt von IDG herausgegeben), hatte gestern in San Jose die Gelegenheit, einem Hands On beizuwohnen, bei dem Apple den neuen Mac Pro ausgewählten Journalisten vorführte. Hier seine Eindrücke:

Wir haben gesehen, wie der Mac Pro in Final Cut Pro X für die Bearbeitung von 8K-Videos in und für das Finishing in Blackmagic DaVinci Resolve aufgesetzt wurde, dazu sahen wir Einstellungen für Fotobearbeitung in einer Beta von Affinity Photo (siehe unten unter Pro Display XDR für mehr dazu) und zudem die für Audiobearbeitung. Wir konnten leider keinen Einblick in ein arbeitendes Gerät bekommen (ich habe nachgefragt), wir sahen nur die oben genannten Einstellungen und das Edelstahlgehäuse. Wie beim vorherigen Modell (die "Mülltonne") sieht der neue Mac Pro im wirklichen Leben viel besser aus als auf Apples Fotos (oder meinen eigenen). Dies liegt wahrscheinlich an der Reflexionsfähigkeit – er glänzt viel mehr als der Mac Pro der ersten Generation, obwohl beide Gehäuse aus Aluminium gebaut sind. Die Gittermuster verleihen ihm einen ganz anderen Stil als dem iMac oder Macbook Pro – aber es sieht aus wie ein super leistungsfähiger Computer – also passt das.  Auf Rädern sieht der Mac Pro aber etwas lächerlich aus, als ob er ein Getränkewagen wäre. Apples Afterburner-Karte für die Echtzeitbearbeitung von 8K ProRes RAW ist ein optionales Extra, aber die Preise sind noch nicht bekannt. Die weitere Verwendung von AMD-Grafiken anstelle von Nvidia hätte den Mac Pro für 3D-Animationen nutzlos machen können – da GPU-beschleunigte Renderer wie RedShift und Octane im Allgemeinen auf Nvidias CUDA-Technologie basieren – aber Apple hat sie überzeugt, Versionen auf Metal-Basis zu entwickeln.

Zubehör: 6K-Display XDR

Neben dem Mac Pro hat Apple auch das 32-Zoll Pro Display XDR für den Herbst angekündigt. Es verfügt über eine Auflösung von 6016 x 3384 Pixeln (6K), arbeitet mit einem 10-Bit-Farbraum mit bis zu einer Milliarde Farben und unterstützt den erweiterten Farbraum P3. Zudem bietet der Bildschirm eine Helligkeit von 1000 nits sowie ein Kontrastverhältnis von 1 Mio:1. Das Display soll in den USA 4999 US$ kosten.

Zusätzlich muss man aber noch extra für den Ständer (999 US$) oder einen VESA-Adapter (199 US$) bezahlen. Für Anwender, die ein besonders reflexarmes Display benötigen, gibt es eine Version mit einer speziellen Entspiegelung, die mit Nano-Technologie aufgetragen wird und geringere Kontrastverluste als herkömmliche Verfahren ermöglichen soll. Diese Version kostet in den USA 5999 US$.

Pro Display XDR: Ein erster Blick

Weiter mit Neil Bennetts Eindrücken:

Die Bildqualität dieses Displays ist wirklich beeindruckend. Die Fotos, Videos und Animationen, die ich sah, waren lebendig und voller Tiefe. Meiner Meinung nach waren sie zwar ziemlich übersättigt, aber ich denke, dass Apple wirklich helle Bilder wählte, um zu beeindrucken. Anwendungsentwickler werden wahrscheinlich die Unterstützung für den erweiterten Farbbereich hinzufügen müssen. Apple hat eine noch unveröffentlichte Beta-Version von Affinity Photo mit einem Knopf zum Einschalten von 'EDR' vorgeführt – wie die Beta Extreme Dynamic Range nennt. Die zusätzlichen Farbdetails, insbesondere bei Lichtern und Schatten, waren sofort ersichtlich. Meine Fotos wollen dies anständig zeigen, trotz der Einschränkungen, die es mit sich bringt, dies auf den JPGs abzubilden.

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