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Macbook Air M2 mit nur 8 GB RAM kaufen – etwas Anderes ist viel wichtiger

18.07.2022 | 15:15 Uhr | Stephan Wiesend

Beim Kauf des Macbook Air M2 stehen viele vor der Frage, ob Sie mehr RAM oder mehr Speicherplatz wählen sollen.

Apples Macbook Air ist in der Basisversion mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher ausgestattet. Damit kommen Sie aus? Unseren Glückwunsch! Wenn Ihnen dies aber zu schwachbrüstig ist, können Sie für 230 Euro Aufpreis wahlweise die SSD oder den Arbeitsspeicher aufrüsten bzw. bei der Bestellung auswählen. Im Idealfall würden wir einfach die Wahl beider Optionen empfehlen, beides zusammen macht das Macbook Air aber kostspielig. Unsere Empfehlung: Wählen Sie die größere SSD.

Darum eine Version mit 512 GB

256 GB Speicherplatz sind nicht viel, in den kommenden Jahren wird sich Ihre Fotosammlung ebenso füllen wie die Anzahl an Apps, Videos und anderen Dateien steigen wird. Möglichkeiten zum Aufrüsten gibt es kaum. Die SSD mit 512 GB ist außerdem knapp doppelt so schnell wie die Version mit 256 GB, wie unser Test bestätigt. Im Unterschied zur Vorgängergeneration verwendet Apple nämlich bei den Versionen mit 256 GB einen einzelnen Speicherchip, statt zwei Chips mit 128 GB. Das verringert die Bandbreite deutlich. Davon profitieren Sie übrigens auch, wenn das System bei Abseitsspeichermangel Daten auf die SSD auslagert.

Ist Apples "vorkonfigurierte" Version mit 512 GB überteuert?

Im Apple Store bietet Apple zwei Grundversionen: Das Macbook Air mit M2-Chip und 8-Kern-GPU, 8 GB RAM, 256 GB für 1.499 Euro und für 1.849 Euro das Macbook Air mit M2-Chip und 10-Kern-GPU, 8 GB RAM, 512 GB. Das zweite Modell ist aber eigentlich überteuert. Das Modell mit 512 GB in Apples Angebot hat nicht nur eine größere SSD: Es hat auch eine bessere Grafikkarte als das Basismodell und bietet statt einer Grafikeinheit mit 8 Kernen 10 Kerne. Dieses Upgrade der Grafikkarte erhöht den Preis des Basismodells um weitere 120 Euro. Bonus: Ein besseres Netzteil liegt ebenfalls bei – ohne Aufpreis: Statt einem Modell mit 30 Watt gibt es die Version mit 35 Watt und zwei Schnittstellen – um gleichzeitig iPhone oder iPad aufzuladen.

Die schnellere Grafikkarte ist aber nicht für jeden Nutzer sinnvoll, nicht einmal für Gamer. Bei kurzen Berechnungen, etwa beim Videoschnitt, ist die 10-Kern-Version überlegen. Bei längerer Nutzung, etwa bei Games, wird sie laut ersten Tests aber schneller heiß als die 8-Kern-Version und muss sich früher heruntertakten.

Alternative: So bekommen Sie ein Macbook Air mit 512 GB für nur 1.729 Euro

Wollen Sie mehr Speicherplatz, können aber auf eine schnellere Grafikkarte und Netzteil verzichten, können Sie das Basismodell gezielt aufrüsten – und erhalten ein Macbook Air mit 512 GB SSD für 1.729 Euro. Diese BTO-Versionen sind bereits über den Fachhandel bestellbar und dort oft noch deutlich günstiger zu haben als hier aufgelistet.

Wählen Sie alle drei Optionen – mehr RAM, GPU-Kerne und SSD-Speicherplatz, kommen Sie auf 2.079 Euro – ein Preis nahe am Macbook Pro 14-Zoll.

Warum empfehlen wir nicht mehr Arbeitsspeicher?

Beide Modelle bieten nur 8 GB RAM. Das ist zu wenig und eigentlich sollten wir ein Upgrade des Arbeitsspeichers empfehlen. Für die meisten Heim- und Büroanwender sollten aber 8 GB genügen, wenn es bei Arbeitsspeichermangel auch gelegentlich zu Leistungseinbrüchen kommen kann. Diese sind aber im Alltag vermutlich weniger störend als häufiger Speichermangel. Sinnvoll ist mehr Arbeitsspeicher für Aufgaben, wie Videoschnitt, Fotobearbeitung aber auch Nutzung von Virtualisierungssoftware.  Das Problem: Bei diesen Aufgaben wäre eine schnelle SSD mit viel Speicherplatz ebenso wünschenswert.

Tipp: Ob Ihr aktueller Mac zu wenig Arbeitsspeicher hat, können Sie mit dem Dienstprogramm „Aktivitätsanzeige“ überprüfen. Achten Sie bei einem üblichen Workflow unter dem Reiter „Speicher“ auf die Anzeige „Speicherdruck“. Idealerweise sollt die Farbe der Grafik grün bleiben.

Kann man die SSD irgendwie aufrüsten?

Bei einem iMac oder Mac Mini kann man Platz-Probleme mit einer externen SSD lösen, bei einem mobil genutzten Macbook ist dies nur schwerer möglich. Es gibt aber einige Lösungen: Eher als Notlösung gibt es für knapp 23 Euro USB-Sticks mit 256 GB , die kaum aus der Schnittstelle hervorragen. Diese winzigen Chips sind aber beim Befüllen sehr lahm, neigen zur Überhitzung und zu Ausfällen. Für Aufgaben wie das Auslagern von Musikbibliotheken sind sie aber eine interessante Option.

Eine schnellere Option ist die OWC Envoy Express (84 Euro ohne SSD), ein externes Thunderbolt-Leergehäuse, das man an die Rückseite eines Macbooks kleben kann. Das sieht natürlich etwas nerdig aus, wäre aber bei Aufgaben wie Videoschnitt eine gute Lösung.

Warum ist das Macbook Pro 14-Zoll fast genau so teuer?

Mit empfehlenswerten 16 GB RAM und 512 GB kostet das Air mindestens 1.959 Euro. Benötigt man diese Leistung, kann man aber gleich zu einem Macbook Pro 14-Zoll greifen. Im Fachhandel bekommt man dieses Modell schon ab 1.907 Euro. Der Hintergrund: Das Macbook Pro ist schon länger auf dem Markt und wir erwarten für die nächste Generation eine Preiserhöhung. So hat Apple wohl aufgrund des starken Dollars den Preis des neuen Macbook Air deutlich angehoben.

Oder doch das Macbook Air M1?

Will man aber wirklich Geld sparen, sollte man sich das Macbook Air M1 noch einmal ansehen. Das Modell ist immer noch erstklassig und im Handel schlicht 500 Euro günstiger als das Macbook Air M2.

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