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Macbook Air 2018 im Alltagstest

02.07.2019 | 17:42 Uhr | Stephan Wiesend

Mit dem neuen Macbook Air hat Apple einen echten Verkaufsrenner im Programm. Völlig zu Recht, obwohl die Macbook-Pro-Modelle in Tests oft nach Punkten vorne liegen.

Das Macbook Air ist sicher eines von Apple erfolgreichsten neuen Produkten und genau das, worauf viele Mac-Fans seit Jahre gewartet haben: Eine moderne Variante des viel geliebten Macbook Air mit zeitgemäßem Display und aktuellen Schnittstellen, das schnell die Top-Listen in Verkaufslisten und Webshops erklommen hat.

Dabei behandelt Apple es ein wenig wie ein Stiefkind: Viele Jahre musste man auf den Nachfolger des seit 2015 kaum aktualisierten Macbook Air warten, manche hatten schon befürchtet, Apple würde die heiß geliebte Baureihe komplett einstellen. Aber auch einige Apple-Verkäufer scheinen mit dem neuen Modell noch etwas zu fremdeln. Fast schon bizarr fand es CNET-Redakteur Chris Matyszczyk, als er in einem Apple Store ein Macbook Air kaufen wollte und der Verkäufer ihm diesen Wunsch unbedingt ausreden wollte – stattdessen sollte er sich für hundert Dollar mehr das Macbook Pro ohne Touchbar kaufen. Er musste geradezu darauf bestehen, dass man ihm das Macbook aushändigte. Auch einige Youtuber reagierten eher zurückhaltend, allerdings richtet sich das Macbook Air nicht unbedingt an IT-Nerds. Die Käufer sind dagegen mit dem Macbook Air offensichtlich sehr zufrieden. Nicht zuletzt ist das neue Air ja knapp 100 Gramm leichter als ein Macbook Pro und hat auch bei der Akku-Laufzeit die Nase vorn.

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Es gibt aber wohl einen guten Grund, warum viele Anwender auf einem Macbook Air bestehen: Das ab 2008 angebotene Macbook war in den letzten zehn Jahren für viele Anwender nicht nur irgendein Notebook, sondern ein geschätzter Alltagsbegleiter, der  als Marke mehr Aura entwickelt hat, als Apple erwartet hatte. Für viele war es der erste Mac oder der Grund, zur Mac-Plattform zu wechseln. Manche Kunden wollen ganz kein „nur ein bisschen teureres“ Macbook Pro oder ein „Macbook“ – sie wollen ein Macbook Air. Das hätte Apple eigentlich auch früher einsehen können.

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Macbook Air
© Apple / IDG

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Tolles Design und Verarbeitung

Das Design des neuen Macbook Air steht eindeutig in der Tradition der bisherigen Macbook-Air-Modelle, nimmt aber viele Elemente der aktuellen Macbook Pro auf: Gehäuse und Abmessungen sind sehr ähnlich und sieht man ein Macbook Air neben dem Vorgängermodell, fühlt man die nahe Verwandtschaft. Das Macbook Air mag zwar Apples günstigstes Macbook sein, Verarbeitung und Materialien sind aber hochwertig und schlagen günstige Consumer-Notebooks von Acer, Asus und HP weiter um Längen. Drei Farben stehen zur Wahl, Silber, Spacegrau und Gold. Vor allem das silberne Modell erinnert stark an die älteren Macbook-Air-Modelle. Was Online-Besteller aber wissen sollte: Bei seinen Geräten nutzt Apple oft unterschiedliche Gold-Töne und der Farbton des goldenen Macbook Air geht stark ins rötliche und erinnert eher an Roségold.

Tastatur mit 4-Jahres-Garantie

Ein Kritikpunkt von Vieltippern ist die flache und relativ laute Butterfly-Tastatur, die leider auch bei der Modellgeneration 2018 für Ärger sorgte. Es gab laut unserer letzten Umfrage leider viel zu viele Macbook-Air-Käufer, die sich über ausfallende Tasten oder sich wiederholende Tastatureingaben beschweren.

Apple hat aber vor einigen Monaten die Verantwortung übernommen: Auch das Macbook Air 2018 ist jetzt durch eine spezielle 4-Jahres-Garantie vor Ausfällen geschützt. Kommt es zu einem Problem, erhält man beim Austausch nicht nur eine neue Tastatur, sondern auch einen neuen Akku. Laut Berichten soll auch der Austausch mittlerweile nur noch wenige Tage dauern – und bei der Mehrzahl der Käufer gab es bisher keine Probleme.

Bedienkomfort wie eine Tastaturbeleuchtung ist aber beim Macbook Air eine Selbstverständlichkeit und um das großzügige und zuverlässige Touchpad wird man selbst von Windows-Fans oft beneidet.

Grafikkarte und CPU

Was bei Hardware-Tests und Beratungen nicht verschwiegen werden darf: CPU und Grafikkarte sind langsamer als bei einem Macbook Pro. Beim Macbook Air verbaut Apple sparsame aber wenig performante Dual-Core-CPUs – einen mit 1,6 GHz getakteten Core i5-8210Y. Leistungsfähiger als das alte Macbook Air ist der Nachfolger aber eindeutig und ist auch um einen spürbaren Schub fixer als das Macbook 12-Zoll. Videoschnitt mit Final Cut Pro und Bildbearbeitung mit Lightroom sind damit auch möglich – nur eben etwas langsamer als mit einem aktuellen Macbook Pro. Bei Büroaufgaben sollte man aber keinen großen Unterschied feststellen.

Bei den täglichen Arbeitsaufgaben profitiert das Macbook Air schließlich von einer sehr schnellen SSD und bietet mit 8 GB RAM für die meisten Alltagsaufgaben ausreichend Arbeitsspeicher. Statt einer Aufrüstung auf 16 GB ist für die meisten Anwender wohl eher eine Investition in Speicherplatzt zu empfehlen: Die 128 GB der Grundversion sind doch sehr wenig.

Als Grafikkarte hat das Macbook eine integrierte Intel-Grafik namens UHD Graphics 617 zu bieten. Diese ist eher auf Büroaufgaben zugeschnitten und ebenfalls langsamer als die Grafik der Macbook-Pro-Modelle, sie erfüllt aber zuverlässig Aufgaben wie die Ansteuerung von einem 5K- oder gleich zwei 4K-Bildschirmen. Die moderne Intel-Grafik bietet außerdem noch einige Spezial-Features: So ist ein Videodecoder integriert, der die CPU beim Abspielen von Videos entlastet. Dank diesem Spezialchip kann man sein Macbook Air hervorragend für Netflix und Videodienste nutzen – laut Berichten bis zu 11 Stunden mit eine Akku-Ladung. Die Lautsprecher sind nebenbei gut, aber es steht auch noch ein herkömmlicher Kopfhörer-Anschluss zur Verfügung.

Display

Erste Tester lobten Farben und Qualität des neuen hochauflösenden Display, kritisierten aber die mäßige Helligkeit. Das hat Apple glücklicherweise vor kurzem mit einem Softwareupdate korrigiert – vielleicht hatte man es zuvor mit den Funktionen zum Stromsparen etwas übertrieben? Ab macOS 10.14.4 beträgt die maximale Helligkeit nun nicht mehr 300 Candela, sondern 400 Candela. Das ist eine gute Nachricht für Anwender, die ihr Macbook viel draußen oder bei direkter Sonneneinstrahlung nutzen wollen – das war mit 300 Candela doch etwas problematisch und einer der Kritikpunkte. Ansonsten ist das Display ein echtes Plus gegenüber den Vormodellen: Die Auflösung sorgt mit 2560 x1600 für Bildqualität auf Pro-Niveau, eine etwas spiegelnde Glasscheibe ist bei aktuellen Macbooks leider unvermeidlich. Hier gibt es nach dem Update wenig zu kritisieren: Man muss zwar auf Features wie P3-Farbraum und True Tone verzichten, für Anwender, die wissen, was diese Kürzel bedeuten, gibt es aber die Pro-Modelle.

T2-Chip

Was man nicht unterschätzten sollte, ist der T2-Chip, den das Macbook Air zu bieten hat: Dieser ermöglicht die Anmeldung am Macbook per Fingerabdruck, ganz wie bei iPhones mit TouchID bekannt. Man kann sich damit ja auch per TouchID bei Webseiten anmelden oder mit Apple Pay bezahlen. Der Spezialchip erfüllt aber noch viele andere Aufgaben, etwa bei der Verschlüsselung. Gut: Er wird aber auch beim Konvertieren von Videomaterial aktiv und ermöglicht das rasendschnelle Konvertieren von Videomaterial – beim Export aus iMovie oder wenn man eine Videoaufnahme ins iPhone-Format H.264 bringen will, ist das Air so sogar schneller als mancher iMac.

eGPU dank Thunderbolt

Eine Investition in die Zukunft sind die beiden Thunderbolt-Schnittstellen: Ein großer Vorteil der neuen Macbooks gegenüber Macbook und altem Macbook Air sind ja diese beiden Buchsen, die nicht nur schnelle Massenspeicher, Netzteile und Displays anbinden, sondern ganz neue Erweiterungsmöglichkeiten bieten.

Dank Thunderbolt kann der Spiele-Fan beispielsweise eine externe Grafikkarte oder eGPU anschließen (wir empfehlen etwa die Razer Core X ).

Gegenüber Macbook Pro oder Mac Mini wird der Gamer dann zwar etwas von der CPU ausgebremst, um ein aktuelles Spiel auszuprobieren ist das Macbook dann aber doch nutzbar – im Unterschied zum Vorgänger. Ohne eGPU schafft das Macbook Air bei "Rise of Tomb Raider" nur unspielbare 9 FPS – nach Anschluss einer eGPU mit günstiger RX570 sind dagegen völlig aktzeptable 51 FPS möglich . Nutzt man Macbook und eGPU über Bootcamp, sind sogar noch höhere Leistungen erreichbar. Ab 500 Euro ist eine solche eGPU zu bekommen. Interessant sind die eGPUs aber auch für Videofilmer, da man damit manche Funktionen von Final Cut und Premiere beschleunigen kann. Sogar für Büro-Aufgaben kann eine eGPU taugen: Per eGPU kann man an einem Macbook Air nämlich auch problemlos vier 4K-Displays betreiben – oder den Beamer der Heimkino-Anlage.

Kamera

Was aber Apple beim nächsten Modelljahr verbessern könnte, ist die integrierte Webcam. Die aktuell im Macbook Air verbaute Kamera hat eine so schlechte Bildqualität, das viele gutmütige Nutzer anfangs an einen Software-Bug glaubten: Die Bildqualität ist aber leider wirklich so mäßig. Für Skype oder iChat ist sie noch ganz in Ordnung, vergleicht man sie aber mit der Qualität anderer Macbooks oder gar der Frontkamera eines iPhones oder iPads, ist man doch etwas enttäuscht. Vielleicht geht ja Apple davon aus, dass die meisten Kunden eh ein iPhone besitzen?

Fazit:

Warum ist das Macbook Air das beliebteste Macbook? Es liegt nicht nur am Preis-/Leistungsverhältnis. Das Macbook Air ist ein Klassiker, ist schnell genug für alle Alltagsaufgaben, bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und läuft so lange, dass man nicht ständig auf die Akkuanzeige starren muss. Eine schicke Touchbar bekommt man zwar nicht, es ist auch nicht so federleicht und lautlos wie das Macbook. Es ist aber genau das Macbook, das man der Tochter für das Studium empfiehlt oder als Privatrechner für Surfen und Netflix nutzen möchte. Nur bei der Farbe gehen die Meinungen dann doch auseinander. Und sollte Apple beim nächsten Update schnellere CPUs verbauen, wäre keiner darüber unglücklich.

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