2482608

Macbook Pro: Wäre ein Stromsparmodus sinnvoller als ein Pro-Mode?

22.01.2020 | 15:59 Uhr | Stephan Wiesend

Angeblich plant Apple eine Art Turbo-Modus für Macbooks, der bekannte Programmierer Marco Arment plädiert dagegen eher für einen Low Power Mode.

Für die meisten Tester auf Youtube und Blogs kann ein Macbook Pro gar nicht schnell genug sein, jedes Heruntertakten oder Überhitzen bei Leistungstests wird da schnell zum Kritikpunkt. Einiges Aufsehen erregte deshalb ein in der aktuellen Beta-Version von Catalina entdeckter Turbo-Modus : Dieser soll unter anderem die Lüfter schneller drehen lassen und durch besser Kühlung die CPU-Leistung steigern – dank besserer Kühlung kann die CPU dann nämlich länger mit voller Leistung laufen. Der Hintergrund: Apple muss bei gerade bei seinen schnellen Top-Notebooks eine Balance zwischen Leistung, Stromverbrauch und Lautstärke finden: Was nutzt schließlich ein superschnelles Notebook, wenn dessen Lüfter permanent lärmen und der Akku schon nach kürzester Zeit leer ist?

Das Gegenteil von einem Pro Mode fordert dagegen der bekannte Programmierer Marco Arment, der seit einiger Zeit selbst das neue Macbook Pro 16-Zoll mit i9-CPU nutzt. Schon seit Jahren reduziert er bei seinen Macbooks absichtlich die CPU-Leistung – mit der Software Turbo Boost Switcher Pro. Für seine persönliche Arbeit die aus Xcode, Webbrowsen und Social Media bestehe, wäre ihm nämlich niedrige Lautstärke und lange Akkulaufzeit wichtiger als bestmögliche Performance.

Das Tool Turbo Boost Switcher Pro ist relativ simpel: Das Tool deaktiviert auf Wunsch die Funktion Turbo Boost, ein von teureren Intel-CPUs unterstützt Hochtakten der CPU. Bei Macbook 16-Pro ist aber bereits diese Deaktivierung schon recht wirksam. So reicht dieser Eingriff laut Arment bereits aus, um ein Überhitzen des Laptops, Hochfahren der Lüfter und nebenbei auch zu warme Hände zu vermeiden: „A fast laptop isn’t very useful if your hands are too sweaty to type, the battery dies in the middle of a flight, or the loud fans ruin your audio recording.“ – "Schnelles Laptop bringt nichts, wenn die Handflächen so nass werden, dass man nicht richtig tippen kann, der Akku sich mitten im Flug verabschiedet oder laute Lüfter das Audioerlebnis verderben." Benötigt man maximale Leistung, kann man den Turbo Boost auch einfach wieder aktivieren.

Für Alltagsaufgaben inklusive Softwareentwicklung mit Xcode bleibe das Macbook 16-Zoll aber schnell genug. Dagegen würde der Akku nach seiner Erfahrung etwa 30 bis 50 Prozent länger durchhalten. Noch besser fände er es allerdings, wenn Apple in macOS einen Stromsparmodus anbieten würde – so wie in iOS 13. Wie unter iOS könnten dann auch Hintergrundprozesse wie iCloud oder Foto-Analysen gestoppt werden – was zu langer Akkulaufzeit und leisem Gerät führen würde.

Unsere Meinung:

Ein Low Power Mode für macOS wäre sicher sinnvoll: Für viele Alltags-Aufgaben ist ein Macbook Pro mit i9-CPU und Top-Grafikkarte schließlich einfach überdimensioniert. Vor allem die Deaktivierung der Hintergrund-Programme ist aber ein echtes Problem: Sind doch ausbleibende iCloud-Synchronisierungen schnell ein Ärgernis und aktuelle Indizierungen und Bildanalysen für viele Anwender eine Selbstverständlichkeit. Hier eine Balance zu finden könnte sehr schwierig werden, bei einem lahmen Macbook Air wäre eine gedrosselte CPU außerdem weit störender als beim schnellen Macbook Pro 16-Zoll.

Macwelt Marktplatz

2482608