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Macbook Pro mit Touch Bar "kein Laptop mehr für Entwickler"

22.11.2016 | 10:55 Uhr |

Apple habe es mit dem neuen Macbook Pro "versaut", etwa wegen der nicht immer verfügbaren Escape-Taste.

Daher überlegen sich einige Entwickler laut Alexey Semeney, lieber auf Windows- oder Linux-Laptops zu wechseln. Denn Entwickler bräuchten die Escape- sowie die anderen Funktionstasten praktisch ständig. In einigen Programmen sind diese auf der Touch Bar aber nicht verfügbar, ein Foto bei DevTeamSpaceBlog mit diesen Klagen zeigt beispielhaft Spotify, das auf der Touch Bar mit eigenen Steuertasten und Anzeigen vertreten ist, aber ohne Escape-Taste. Hört man also Musik über diesen Anbieter während man arbeitet, muss man auf die reguläre Escape-Taste verzichten.


Daher und aus anderen Gründen sei das neue Macbook Pro mit Touch Bar "kein Laptop mehr für Entwickler", so auch die Überschrift. Dies komme einem Desaster für einen Teil der Hauptkundschaft von Apple gleich – eben der Entwickler. Davon gebe es weltweit immerhin 19 Millionen. Man fragt sich dort, an den Apple-Chef gewendet: "Why, Tom Cook, why?"

Zwar spricht sich der Artikel nicht völlig gegen die Touch Bar aus, diese sei nicht unbedingt eine schlechte Idee. Doch man hätte sie oberhalb der Escape- und Funktionstasten ansiedeln sollen anstatt sie "komplett zu eliminieren". Zwar gibt es Möglichkeiten, die Escape-Taste jederzeit erscheinen zu lassen, indem man Fn drückt. Oder eine andere Taste als "Escape" definiert. Weitere Vorschläge finden sich auch im Verlauf des Blogs durch andere Entwickler. Klar ist aber auch, dass dies dem gewohnten Workflow, wenn man solche Tasten praktisch blind während der Arbeit bedient, widerspricht.

Dazu kommt Frust über das nach Entwicklermeinung schwache Hardware-Upgrade – so konnte man bereits vor sechs Jahren ein Macbook Pro mit einem 2,4 Gigahertz-Dual-Core-Prozessor erhalten, und dazu sei die Aufrüstung auf 16 GB RAM Arbeitsspeicher nunmehr deutlich teurer als zuvor. Eine weitere Aufrüstung auf 32 GB RAM sei dagegen wünschenswert, aber aktuell nicht möglich. So könne man sich auch nach günstigeren, aber leistungsmäßig vergleichbaren Laptops anderer Hersteller umsehen, die man bereits für 1000-1500 US-Dollar erhalte. Der bisherige Vorteil, dass Apple ein Unix-System und eine in sich geschlossene Umgebung für Entwickler biete, würde damit in den Hintergrund treten.

Doom für die TouchBar

Für den inoffiziellen Wettbewerb "Kann man Doom auf jedem Bildschirm laufen lassen?" hat nun auch die Touch Bar des neuen Macbook Pro ihren Beitrag geleistet. Denn ja, auch auf das Display mit 2170 mal 60 Pixeln lässt sich der legendäre Shooter portieren. Damit fügt sich die Touch Bar in eine Reihe ein, die von Geldautomaten, Canon-Druckern, Oszilloskopen und einem LED-Truck gebildet wird. Die Anwendung ist aber wenig nutzerfreundlich, dank des verqueren Seitenverhältnisses ist Doom kaum spielbar - aber es funktioniert. Die dafür verantwortlichen Entwickler kamen vermutlich ganz gut ohne die feststehende Escape-Taste aus.

 


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