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Macbook Pro und Air: Jetzt nicht mehr kaufen

03.11.2020 | 15:30 Uhr | Stephan Wiesend

Neben neuen iPhones soll es bald auch neue Macbook Air und Macbook Pro geben, so manch „Schnäppchenkauf“ wird der Käufer aber bald bereuen – vielleicht vor allem beim Macbook Air.

Schon nächste Woche ist es so weit: Apple stellt am 10.11. seine ersten Macs mit eigens entwickelten Chips auf ARM-Basis vor, Apple Silicon genannt. Sowohl ein neues Macbook Air als auch ein Macbook Pro 13-Zoll sollen laut Bloomberg erscheinen, ein Macbook Pro 16-Zoll ist offenbar noch in Arbeit.

Vielleicht kein Zufall: Aktuell gibt es zahlreiche hervorragende Angebote für das Macbook Air und das Macbook Pro 16 Zoll ( Macbook Air 2020 bei My Notebook für 988 Euro ). Beides sind sehr beliebte und ausgezeichnete Macs, für viele Käufer könnte es sich aber lohnen, bis nächste Woche zu warten. Nicht vergessen sollten Sie schließlich, dass Apple seine komplette Mac-Linie vollständig auf Apple Silicon umstellen will. Der schnelle Umstieg wird einige Vorteile bieten, aber anfangs wohl auch einige Nachteile bringen und nicht jeder kann jetzt schon zum ARM-Mac greifen.

Macbook Air 2020 – nicht mehr kaufen?

Das Macbook Air ist gerade erst aktualisiert worden und immer wieder günstig im Angebot. Trotzdem könnten Sie sich über einen vorschnellen Kauf eines der letzten Intel-Modelle bald ärgern.

Apple hat schließlich gute Gründe für den Wechsel zur ARM-Architektur. Die neue CPU-Technologie soll zugleich höhere Leistung und niedrigeren Stromverbrauch garantieren, Apple hat zudem die volle Kontrolle über die neuen Geräte. Ein Rechner hält dann vielleicht das ganze Wochenende ohne Aufladen durch und bietet innovative neue Funktionen. Viele Käufer des aktuellen Macbook Air hatten sich außerdem über das mäßige Kühlsystem des Air beschwert: Der Lüfter ist wenig leistungsfähig und wird schnell laut. Bei einem Macbook Air mit ARM-CPU könnte dieser Störenfried weniger nerven oder sogar komplett entfallen – wie schon beim lautlosen Macbook 12-Zoll. Laut ersten Tests kann ein ARM-Mac-Mini außerdem problemlos mit einem Macbook Pro 16 Zoll mithalten, ein Intel-Macbook Air wird wohl von der ARM-Version mehr als deklassiert.

Macbook Pro 13-Zoll  – unter Vorbehalt

Beim Macbook Pro 13-Zoll gibt es eigentlich zwei Modell-Serien: eine günstige Variante mit zwei USB-C-Schnittstellen und Mittelklasse-Leistung sowie eine Top-Version mit vier USB-C-Schnittstelle und Top-CPUs. Welche Reihe abgelöst wird, ist die Frage.

Bisher ist unbekannt, ob Apple die neuen Macbooks mit ARM-CPU anfangs im Einstiegs-Bereich oder im Pro-Bereich positionieren will. Vorteile wie niedriger Stromverbrauch und niedrige Wärmeabgabe werden auch von Macbook-Pro-Nutzern geschätzt. Viele greifen aber zu dieser Baureihe, weil sie höhere Leistungsanforderungen haben und damit etwa Videos schneiden wollen.

Aber auch für diese Anwender könnte sich das Warten auf die neuen Modelle lohnen – bei bestimmten Voraussetzungen. Unterschätzen sollte man die Leistung der kommenden ARM-CPUs nämlich besser nicht. Schon die an Softwareentwickler vorab verteilten Mac Mini mit A12-CPU zeigten erstklassige Performance-Daten. Auch ein iPad Air kann mittlerweile gut mit aktuellen Notebooks mithalten, und das bereits mit lediglich zwei Hochleistungskernen. In einer Version für Macbooks Pro oder iMacs könnte Apple dagegen problemlos vier oder acht dieser Hochleistungskerne verbauen – und Performance-Rekorde brechen. Vor allem für Profi-Anwender, die bereits nativ unterstützte Apple-Programme wie Final Cut Pro nutzen, könnte sich der Wechsel auszahlen. Zusätzlich wird Apple einige Spezial-Chips verbauen, die spezielle Rechenaufgaben in Bereiche wie AI und Video beschleunigen.

Ob Apple Silicon zur Spiele-Plattform wird, ist dagegen noch ungewiss. Apple-Arcade-Spiele werden sicher laufen, hier ist aber auch die Mitarbeit der Spiele-Publisher noch ungewiss. Während der WWDC war allerdings zu sehen, wie gut Spiele wie Tomb Raider und DiRT auf Apple Silicon laufen können – selbst unter Rosetta. Zumindest sollten Apple neue Grafikkarten leistungsfähiger als die integrierten Grafiklösungen von Intel sein.

Macbook Pro 16-Zoll

Selbstverständlich wird es auch ein Macbook Pro 16 Zoll mit ARM-CPU geben, die Frage ist allerdings, wann. Laut unserer Einschätzung ist hier weniger die CPU-Leistung das Problem, als die passende Grafik-Leistung. Auch zu den Notebook-Grafikkarten von AMD muss Apple schließlich eine angemessene Alternative entwickeln. Zudem sind wohl viele Spezialanwendungen aus Bereichen wie Simulation oder 3D-Grafik noch lange nicht für Apple Silicon bereit.

Wer sollte ARM-Macs vorerst meiden?

Wenig Probleme erwarten wir bei Nutzern von Standardprogrammen wie Microsoft Office, Adobe Photoshop und Lightroom. Auch Apple-Programme wie Logic und Final Cut Pro werden bald auf ARM-Macs laufen. Viele Hersteller haben bereits bei der letzten WWDC ARM-Versionen ihrer Programme versprochen, zusätzlich können mit Rosetta 2 problemlos herkömmliche Apps verwendet werden. Vermutlich wird aber manche Software in dieser Emulation nicht so leistungsfähig sein, ein Problem für Nutzer von 3D-Anwendungen, aber auch noch nicht portierten Profi-Programmen aus performancekritischen Bereichen wie Audio und Video. Was ebenfalls nicht funktioniert soll, ist Bootcamp und die Virtualisierung von Windows-Systemen. Ist man auf ein Windows-Programm zwingend angewiesen, das man mit Vmware Fusion Fusion oder Parallels Desktop nutzt, würden wir vorerst abwarten. Auch Anwender, die auf bestimmte Peripherie oder auch externe Grafikkarten angewiesen sind, sollten erste Tests und Treiber-Updates abwarten.

Unter Vorbehalt: Mac Mini: Seit Oktober 2018

Der aktuelle Mac Mini wurde 2018 vorgestellt und ist eigentlich noch aktuell. Apple aktualisiert die Mac-Mini-Modellreihe nur sehr selten, es gibt erst mit dem Bloomberg-Bericht erste Gerüchte über ein kommendes Update. Gut möglich, dass es erst 2021 einen Mac Mini mit ARM-CPU gibt, vermutlich ist aber das aktuelle Modell der letzte Mac Mini mit Intel-CPU.

iMac

Auch der iMac soll laut Bloomberg bald ersetzt werden, der Zeitpunkt ist aber unbekannt. Vielleicht ersetzt Apple aber zuerst nur das 21,5-Zoll-Modell, so gab es Gerüchte über einen neuen iMac mit 24-Zoll-Bildschirm.

Mac Pro

Eine harte Nuss wird wohl die ARM-Version des Mac Pro. Hier könnte Apple vielleicht erst 2022 die ARM-Versionen vorstellen, benötigen die Käufer doch leistungsfähige Grafikkarten und stabile und ausgereifte Software. Angeblich arbeitet aber Apple an einer Art Mac Pro Lite, einem Desktop-Rechner mit ARM-CPU aber weniger aufwendigem Modulsystem. Eine Spezial-Hardware von Apple wie Apple Afterburner sollte schließlich recht problemlos nutzbar sein.

iPad Pro: Auch nicht mehr kaufen?

Erst im März hat Apple das iPad Pro aktualisiert, eigentlich sollte erst im März 2021 ein neues Modell erscheinen? Das ist richtig, nach Erscheinen des iPad Air 4 mit A14-Chip gibt es aber eine neue Alternative, die sehr nah an das iPad Pro mit 11-Zoll herangerückt ist. Auch ein baldiges CPU-Upgrade für das Pro ist deshalb nicht auszuschließen, um wieder für Abstand zu sorgen.

Laut Tests erreicht das neue Air aber sehr hohe Performance-Werte . Vor allem die Single-Core-Performance des neuen A14-Chips mit sechs Kernen liegt mit 1583/4198 deutlich über der des älteren A12Z-Chips des iPad Pro. Diesen listet Geekbench mit einem Durchschnittswert von 1117/4605, ist also nur bei Multiprozessor-Aufgaben wie bei Simulationen etwas schneller. Um hier wieder für Abstand zu sorgen, wird Apple wohl im kommenden iPad Pro eine noch schnellere Version des schnellen und auch stromsparenden A14-Chip verbauen. Auch ein baldiges CPU-Upgrade des iPad Pro würden wir nicht ausschließen – waren doch viele beim Erscheinen des iPad 2020 überrascht, dass weiterhin ein leicht verbesserte A12-Chip verbaut wurde.

Apple TV

Apple hat sein TV-Gerät Apple TV 4K zuletzt 2017 aktualisiert. Was liegt näher, als auch eine neue Settop-Box vorzustellen? Auch hier gibt es neue Gerüchte , Apple wolle eine für den Spieledienst Arcade taugliche Version auf den Markt bringen – vielleicht inklusive eines neuen Game-Controllers und zwei verschieden leistungsfähige Versionen. Das aktuelle Modell basiert noch auf dem A10-Chip, auch der minimalistische Controller ist für Spiele eigentlich ungeeignet.

Airpods

Apples Airpods und Airpods Pro hat Apple erst in diesem Jahr aktualisiert worden. Es gibt aber immer wieder Spekulationen, Apple wolle bald ein neues Modell der Standard-Airpods auf Basis der Airpods Pro vorstellen. So ist ja bei den „alten“ Airpods die Passform fest vorgegeben und sie sind für Menschen mit größeren Ohren schlicht zu klein. Erwartet werden die neuen Pro-Modelle aber erst wieder für 2021.

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