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Macbook Pro verkauft sich bestens

10.11.2016 | 11:27 Uhr |

Allen Unkenrufen und Abgesängen zum Trotz verkauft sich das neue Macbook Pro wie kein anderes Notebook in diesem Jahr.

Das neue Macbook Pro ist wegen fehlender Schnittstellen und mangelnder Speicherausstattung - maximal 16 GB RAM! - doof. So schrie zumindest der Chor der Unzufriedenen in den sozialen Netzen in den letzten beiden Wochen. Anscheinend kann sich aber auch Apple auf eine schweigende Mehrheit stützen, die derartige Umfragen Lügen straft. Denn das neue Macbook Pro scheint sich nicht zum Kassengift sondern im Gegenteil zum Kassenschlager zu entwickeln.

Fünf Gründe für ein Macbook Pro

Fünf Gründe gegen ein Macbook Pro

Bestellt man heute im Apple Store, muss man vier oder fünf Wochen auf sein Wunschgerät warten, zumindest dann, wenn es eine Touch Bar mitbringen sollte. Das ist ein gutes Indiz dafür, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Nicht nur Probleme bei der Produktion der neuartigen Geräte könnten dafür ursächlich sein, denn es dürfte die absolute Zahl der Bestellungen Apples Erwartungen bisher übertroffen haben. Nach Zahlen von Slice Intelligence habe das Macbook Pro in den ersten fünf Tagen seiner Verfügbarkeit einen sieben mal höheren Umsatz erzielt als das seinerzeit neue Macbook 12 Zoll im Frühjahr 2015 - die etwas höheren Preise für die Pros erklären den Unterschied bei weitem nicht. Bereits heute habe Apple mit dem Macbook Pro 78 Prozent dessen eingenommen, was seit dessen Vorstellung vor 20 Monaten der 12-Zöller eingebracht habe - so ist das neue Macbook Pro das mit Abstand erfolgreichste Laptop in diesem Jahr. Und zwar nicht nur in Apples Angebot, sondern insgesamt. Slice Intelligence ermittelt seine Statistiken aus den Daten von 4,4 Millionen Online-Käufern.

Online Shoppen seit zwei Jahrzehnten

Apple kann zwar nicht unbedingt als Pionier des Online-Handels bezeichnen, doch hatte die Firma, zu der Steve Jobs gerade erst zurück gekehrt war, das Internet früh als einen neuen Vertriebskanal entdeckt. Heute vor 19 Jahren, am 10. November 1997 eröffnete Apple den Apple Store im damals immer noch recht jungen Web. Ein Alleinstellungsmerkmal hat der mittlerweile in die Produktseiten auf apple.com integrierte Store aber immer noch: Er dürfte weltweit der einzige Einkaufsladen im Internet sein, dessen Kunden sich freuen, wenn er mal nicht erreichbar ist...

Erste Tests mit zwiespältigem Ergebnis

Die starke Nachfrage hat auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Testgeräten. Immerhin konnten schon unsere Kollegen der Macworld das neue Macbook Pro mit herkömmlichen Funktionstasten   testen –  und sind eher wenig begeistert. Das neue, hellere Display steht zwar auf der Seite der Vorzüge, doch ist im Benchmark das gerade mal mit zwei Thunderbolt-Ports ausgestattete Macbook Pro kaum flotter als das Modell vom Vorjahr – welches Apple bekanntlich nach wie vor anbietet. Die Tastatur mit Schmetterlingsmechanismus ist zwar vor allem Nutzern des Macbook 12 Zoll bekannt, falle aber gegenüber der des Macbook Air ein wenig ab. Zudem erkenne das vergrößerte Trackpad nicht zuverlässig die Handballen und halte deren Signal oft fälschlicherweise für einen Befehl an den Cursor. Positiv fallen noch das geringe Gewicht und die verlängerte Akkulaufzeit auf – letztere trotz der verminderten Nennladung. Insgesamt komme man aber mit einem Touch-Bar-Macbook wohl besser weg, auch könnte das Warten auf den Nachfolger mit Kaby-Lake- oder Cannonlake-Chip lohnen, wenn dieser optional auch 32 GB RAM biete.

Die Zukunft ohne Tasten

Während Apple das Einsteiger-Pro als Upgrade-OPtion für bisherige Nutzer des Macbook Air sehen, die nun nach einem Retina-Display verlangen, positionieren sich die beiden größeren Modelle für Power-Nutzer, die bei intensivem Gebracuh gewiss bald Gefallen an der Touch Bar finden. Diese Multitouchleiste sieht Jason Snell auch nur als Anfang einer Transformation, die heute verwundern mag, aber in wenigen Jahren uns normal erscheinen dürfte. Denn Macbooks der Zukunft könnten ganz ohne physische Tasten auskommen, stattdessen nur noch eine Art von kontextsensitiver Platte mit haptischem Feedback anbieten, die je nach Zusammenhang sowohl als Trackpad als auch als Tastatur dienen würde. Klingt beinahe nach einem großen iPad für Desktop-Aufgaben, doch der Unterschied besteht eben nicht nur darin, dass man auf dem iPad in der App direkt herumwischt und auf einem Mac eher auf den Bildschirm schaut, während man die Hände woanders hat. Zudem ist iOS noch ein gutes Stück davon entfernt, in Sachen Multitasking, App-Management  oder Drag-and-drop zu macOS aufschließen zu können.

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