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Macphisto (7): Corona – die Fledermaus aus der Hölle

03.03.2020 | 15:00 Uhr |

Das muss die Hölle sein, wenn Menschen einander misstrauen und sich die letzten Vorräte klauen. Was die Sonne damit zu tun hat, erklärt unser Höllenkolumnist.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche in diesem Frühjahr in diesem Teil der Mac-Welt nicht, der Winter war ein eher ausgefallener. Das aber bitte nicht auf Macphisto und seine Kollegen schieben und behaupten, sie hätten in diesem Winter die Hölle besonders stark geheizt. Die Hitze, die immer mehr milde Winter zur Folge hat, kommt von oben. Was Macphisto gar nicht dementieren will: Manchmal ist es nur Wetter, ein warmer Winter macht noch keinen Klimawandel. Es haben sich in den letzten dreißig Jahren derartige Ereignisse aber ziemlich gehäuft.

Wenn sich der Winter in raue Berge zurückgezogen hat und von dort, fliehend nur, Schauer körnigen Eises über die grünende Flur schickt, besteht auch die berechtigte Hoffnung auf einen Rückgang von Neuinfektionen und den dadurch ausgelösten Erkrankungen, die auf ein Virus zurück zu führen sind, das Forscher offenbar nach einem mexikanischen Leichtbier benannt haben.

Namen sind Schall und Rauch! Und vor allem zu Missverständnissen führend. Denn es ist die Krone aus Eiweißen gemeint, die die Hülle des Virus umgibt. Was wäre das für eine schöne Panik, dass die Sonne, die allmählich nichts Weißes mehr duldet, auch von einer Korona umgeben ist? Man sieht sie nur bei Sonnenfinsternissen oder mit Apparaten, welche die helle Scheibe abdecken. Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.

Ein solches Wort zur rechten Zeit haben wir am Wochenende auch aus Cupertino vernommen: Angesichts der Krise behält Apples CEO Tim Cook die Ruhe und erklärt, dass nicht nur die Einkaufsläden Apples im Lande wieder öffnen, sondern auch die Produktion langsam wieder zur Normalität zurückkehrt.

Apple hat ja einen Vorteil: Anders als andere Unternehmen muss es angesichts des Coronavirus keine Veranstaltung absagen, zumindest noch nicht. Denn offiziell angekündigt ist eine Keynote zum Ende des März nicht. Wer weiß, vielleicht lässt Apple einfach in gut vier Wochen eine Reihe von Pressemitteilungen auf das Netz los, mit schönen Texten und noch schöneren Bildern von neuen Produkten? Man muss ja nicht ausgewählte Berichterstatter um die halbe Welt fliegen, um die Botschaft zu verbreiten.

Diese hört man wohl, und es fehlt auch nicht an Glaube: Apple hat die Lage so weit im Griff, wie es die Umstände erlauben. Sagen auch Leute, die es besser wissen müssen als Macphisto, nämlich Analysten der Investmentbank Oppenheimer: Apple ist mit seiner schlanken und effizienten Lieferkette bestens gegen Katastrophen aller Art gerüstet. Man kann zudem davon ausgehen, dass die Schiffe, die iPhone 9, iPad Pro und Apple Tags in alle Welt bringen sollen, bereits abgelegt haben.

Wenn dann also doch kurz vor Ostern die neuen Telefone und Tablets in den Läden liegen, braucht es keine Panikkäufe, es wird genug da sein. Zumindest mehr als man heute Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel findet. Gehamstert von Leuten, die nichts damit anfangen können oder das Zeug nicht brauchen. Doch es war die Art zu allen Zeiten, Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten. So wundert es wenig, dass die Panikberichterstattung in den Köpfen der Menschen verfängt.

So schließt der Wutbürger auch gerne schnell, wer die Schuld trägt: Der Chinese. Was muss der auch Wildtiere roh verspeisen. Mal abgesehen davon, dass „der Chinese“ zu einer Zeit schon mit Hilfe von Papiergeld einen globalen Handel aufbaute, als „der Germane“ quasi noch in Höhlen auf den Knochen von Wildtieren herum kaute, ist das eine bösartige Unterstellung.

Als Teil einer jenen Kraft, die das Böse will, doch das Gute schafft, weiß es Macphisto besser: Es muss eine "Bat out of Hell" gewesen sein, die das Virus auf die Art mit den zwei Beinen und dem geringen Verstand überspringen ließ.

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