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Macs sind häufiger Ziel von Malware als Windows

13.02.2020 | 13:09 Uhr |

Laut einer aktuellen Studie werden Macs immer häufiger Ziele von Angriffen durch Malware. Eine Art von Angriff hat besonders stark zugenommen. Eine genauere Analyse der Studienergebenisse zeigt aber: Es ist nicht so schlimm, wie es sich anhört.

Die US-amerikanische Sicherheitsfirma Malwarebytes hat ihrem jährlichen Report zum Status von Malware-Angriffen rund um den Globus veröffentlicht. Demnach wurden erstmalig Macs öfter das Ziel von Angriffen als Windows-PCs. Allerdings unterscheiden sich die Arten von Angriffen.

Die Studie konnte eine Steigerung von 400 Prozent in der Gesamtanzahl von Angriffen auf Macs feststellen. Da sich gleichzeitig die Nutzerbasis auf Mac-System erhöht hat, ist die relevantere Angabe die entdeckten Angriffe pro Endpunkt. Das waren 4,8 in 2018, in 2019 ganze 11,0. Eine Steigerung von mehr als 100 Prozent. Zum Vergleich: Windows-Systeme entdeckten durchschnittlich 5,8 Angriffe in 2019.

Große Unterschiede sind in der Art der Malware zu erkennen. Während Windows-Nutzer mit allen Arten von Schadsoftware zu kämpfen hatten, wurden Macs vor allem Opfer von Adware. Dabei handelt es sich um Software, die zusätzlich zu ihrer eigentlichen Funktion dem Nutzer Werbung anzeigt. Ein Beispiel sind Suchmaschinen-Plugins, die zusätzlich zur Suchleiste Anzeigen und Werbeflächen einblenden. Solche Adware wird meist vom Nutzer selber heruntergeladen und installiert. Über 30 Millionen mal wurde die Adware NewTab von Malwarebytes Antivirensoftware entdeckt. Diese Software fügt dem Mac keinen wirklichen Schaden zu, leitet aber Suchanfragen des Nutzers im Browser um. So können zum Beispiel Affiliate-Umsätze generiert werden.

Die Ergebnisse der Studie legen nah, dass Antivirensoftware für den Mac weiterhin nicht wirklich vonnöten ist. Voraussetzung ist ein sicherer Umgang im Netz. Als nützliche Software getarnte Adware ist mit etwas Erfahrung leicht zu erkennen, wer sich das nicht zutraut, könnte sich mit einem Antivirenprogramm zusätzlich absichern.

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Als Basis für die Studie dienen die Nutzer von Malwarebytes Antivirensoftware. In Echtzeit entdeckte Bedrohungen werden an die Server von Malwarebytes gesendet. Aus diesen Daten wird dann die Studie angefertigt. Da hinter der Studie ein Unternehmen steht, dass ein eigenes Antivirenprogramm anbietet und somit von Entwicklungen im Malware-Markt profitieren kann, sind die Ergebnisse zwar nicht grundsätzlich unglaubwürdig, jedoch immer kritisch zu hinterfragen.

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