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Apple-Heads 17.12: Avie Tevanian - der Vater von OS X

17.12.2012 | 00:05 Uhr |

John Carmac oder Linus Torvald sind bestimmt selbst den abstinenten Nicht-Computer-Profis bekannt, doch nennt man im gleichen Atemzug den Namen von Avie Tevanian, muss Otto Normalnutzer schon mal zum Lexikon greifen.

Avadis "Avie" Tevanian arbeitete bei Apple von 1997 bis 2006 , in dieser Zeit war er für die Software-Entwicklung zuständig. Nach seinem Abgang von Apple ist er als Aufsichtsratsmitglied bei Tellme Networks und Elevation Partners   tätig. Die Grundlage für seinen schnellen Aufstieg bei Apple nach 1997 hatte Tevanian bereits an der Uni gelegt.

Sein ehemaliger Professor Chris Brown   an der Universität Rochester erinnert sich: „In unserer Abteilung für Computerwissenschaften hat man früh erkannt, dass Tevanian Potenzial hat. Wir hatten alles versucht, ihn so lange wie möglich an unserer Uni zu halten.“ Doch für seine Doktorarbeit hat sich Avie für die berühmtere Universität Carnegie Mellon entschieden.

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Dort hat er unter der Leitung von Rick Rashid an einem Projekt gearbeitet, der seitdem den Namen Mach-Kernel trägt. Die Idee hinter dem Mach-Kernel war der Versuch, die Probleme der vorhandenen Betriebssysteme zu lösen. Mit der steigender Komplexität der Software und Aufgaben, die diese Software lösen musste, wurde entsprechend auch das Kern-Betriebssystem immer größer und komplexer. Der Mach-Kernel dagegen sollte die Aufgaben des Kern-Betriebssystems verteilen. Ein Grundprogramm sollte nur als eine Zwischenschicht zwischen der Hardware und Software dienen, anderen Aufgaben, die die Vorgänger-Kernels auch mit erledigten, wurden bei einem Mach-Kernel auf andere Programme, Server genannt, delegiert. Im Idealfall sollte ein solcher Kernel dem Nutzer erlauben, zwei Betriebssysteme auf einem Rechner ohne Virtualisierung zu installieren. Doch bei diesem letzten Schritt scheiterte die Forschung in Sachen Mach-Kernel: Die letzte Version des Kern-Betriebssystem hatte erhebliche Leistungsprobleme, seit Ende der 90er wird zu dem Thema nicht mehr geforscht.

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Avie Tevanian hatte diese Niederlage bereits als Beobachter, nicht als Beteiligter erlebt. Noch vor 1987 wechselte er zu Next unter der Leitung von Steve Jobs. Jobs war nach seinem nicht besonders rühmlichen Abgang von Apple 1985 mit einem neuen Projekt Next beschäftigt . Er wollte den Bildungsmarkt mit einem besonders leistungsfähigen Rechner erobern und war auch auf der Suche nach einem passenden Betriebssystem. Tevanian erinnert sich in einem Interview , dass er mit Jobs noch während seiner Promotion an der Carnegie Mellon gesprochen haben: "Nach dem Gespräch mit ihm (Steve Jobs) hatte ich das Gefühl, etwas bewegen zu müssen, meine Doktorarbeit endlich zu beenden, und ins Berufsleben einzusteigen. Dies alles resultierte darin, dass ich mit der Doktorarbeit in viereinhalb Jahren fertig wurde, eine extrem kurze Frist, besonders in der Systemforschung." Seine Doktorarbeit zum Mach-Kernel wurde zu der Grundlage des neuen Betriebssystem Nextstep, die auf der neuen Hardware laufen sollte. Das Rechner-Geschäft von Next hatte sich als nicht besonders rentabel erwiesen, 1993 wurde die Firma zu einem reinen Software-Hersteller.

Zur gleichen Zeit ging es Apple auch nicht sonderlich gut. Die Firma suchte nach dem Ersatz für sein betagtes Betriebssystem Mac-OS. Was Anfang 80er noch fortschrittlich und neu war, kam zehn Jahre später bereits als verrostet an. Vor allem, als Microsoft sein Betriebssystem Windows 95 veröffentlichte, wurde den Verantwortlichen bei Apple klar, dass ihr Betriebssystem eine Generalüberholung brauchte. Nach einigen Versuchen der Neuerung mit internen Mitteln hatte sich der damalige Apple CEO Gil Amelio nach Alternativen außerhalb der Firma umgesehen. Als ein möglicher Zukauf für Apple kam Be Inc. in Frage, gegründet von Jean-Louis Gassé, auch einem ehemaligen Software-Entwickler von Apple. Doch Ende 1996 hatte Amelio überraschend bekannt gegeben, dass Apple Next kaufe .

Steve Jobs wechselte mitsamt seinen Entwicklern zu Apple, Avie Tevanian stieg sofort zum Hauptverantwortlichen für die Software-Entwicklung auf. Mac-OS X 10.0 wurde 2001 unter dem internen Codenamen " Cheetah " veröffentlicht. Man muss dabei beachten, dass die Software-Abteilung unter der Leitung von Tevanian seit 1997 an zwei Betriebssystemen gleichzeitig arbeitete: Bis zu Veröffentlichung des Nachfolgersystems lieferte Apple regelmäßig die Updates für das Mac-OS, zuletzt Version 9.2.2. Das neue System baute auf dem bekannten Mach-Kernel auf, dies hatte zur Folge, dass das neue System stabiler als der Vorgänger war: Ist ein Server im System abgestürzt, übernehmen seine Aufgaben die anderen Server, das ganze System funktioniert weiter. Da die Software und Hardware von einander durch eine solche Zwischenschicht an Code getrennt sind, ist es leichter, das ganze Betriebssystem auf die anderen Plattformen zu portieren.

Doch es gibt auch durchaus kritische Meinungen zu Tevanians Amtsführung bei Apple. John Gruber von Daring Fireball äußerte in seinem längeren Beitrag nach der Beförderung Tevanians zu dem Hauptverantwortlichen der Softwareabteilung Bedenken, dass Tevanian nicht immer im Sinne der Nutzer handle. So sei er bekannt dafür, dass er einen unüberwindbaren Groll gegen die alte Apple-Technologie wie NuKernel hege und alles darauf setze, diese mit der eigenen Entwicklung zu ersetzen.

Die heutige Frage

Und jetzt zu der heutigen Frage: Nach der Meinung von John Gruber war Tevanian für die schlechte Funktionalität des Finder bis zumindest der Veröffentlichung seines Beitrags 2003 verantwortlich. Wie hieß der Vorgänger von Spotlight in den Betriebssystemversionen bis Mac-OS X 10.4 Tiger?

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