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Apple-Heads 18.12.: Jon Rubinstein – der iPod-Vater

18.12.2012 | 00:00 Uhr |

Im Unterschied zur Entwicklung eines iPhone oder iPad, die mehrere Jahre beanspruchte, war der Start des iPod eine „Mission Impossible“, die alle Beteiligten innerhalb nur wenigen Monaten erledigt hatten.

Die Geschichte des iPod ist ohne den Namen Jon Rubinstein (56) kaum denkbar. Seine Karriere startete er 1990 bei Next, als Steve Jobs ihn für die Hardware-Abteilung anheuerte. Nachdem Next als Rechner-Produzent scheiterte und sich auf die Software konzentrierte, gründete Rubinstein kurzfristig den Chip-Hersteller Power House Systems. Nach der Übername durch Motorola 1996 wollte Rubinstein eigentlich mindestens ein Jahr Urlaub machen, doch um die Zeit erreichte ihn ein Anruf von Gil Amelio , den damaligen CEO von Apple. Er hatte für Rubinstein eine hochrangige Stelle in der Hardware-Abteilung bei Apple. Kurz danach kam auch Steve Jobs zu seiner alten „neuen“ Firma als Zukauf mit Next – für Apple brachen neue Zeiten an.

Während Rubinsteins´ Vorgänger Jean-Louis Gassée eher auf High-End-Rechner setzte und in der Produktpipeline Ende der 80er und Anfang der 90er nur einen Macintosh für den normalen Verbraucher hatte, hatte sich mit Steve Jobs´ Ankunft die Ausrichtung der Hardware-Linie grundsätzlich geändert.

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Rubinstein reduzierte die verfügbaren Macintosh-Modelle und somit die Entwicklungsabteilungen und damit verbundenen Kosten drastisch. 1998 brachte Apple den iMac heraus, den bunten All-in-One-Rechner für den Otto Normalnutzer. Damit der Nutzer wusste, wofür er sein Geld bei Apple gelassen hatte, war eine neue Strategie entwickelt worden: Der iMac funktionierte als zentrale Verwaltungsstelle für eigene Medien jeder Art – „digital hub“. Extra dafür lieferte Apple das passende Software-Paket iLife mit iPhoto, iMovie und iTunes. Doch nach rund zwei Jahren nach dem iMac-Start waren die Verantwortlichen mit den Verkaufszahlen immer noch nicht zufrieden. Kostenlose Software als Verkaufsargument für den Rechner war nicht genug. Steve Jobs kam mit der Idee eines Gadgets, das für eine Art der Medien verantwortlich ist, das man mit sich unterwegs mitnehmen und dessen Inhalt am Mac verwalten konnte. Zu dem Zeitpunkt (Ende 2000 – Anfang 2001) wusste man noch nicht genau, in welche Richtung dieses neue Gadget gehen sollte. So gesehen konnte es auch eine digitale Kamera aus dem Hause Apple werden. Nach einigen Marktuntersuchungen stellte man fest, dass es ziemlich viele MP3-Player gab, doch keinen einzelnen wirklich guten. Dazu boomte mit der Einführung des neuen Formats MP3 ein reger Musik-Austausch im Netz. Die Nutzer gewohnten sich allmählich  daran, nicht mehr den Staub von eigenen LPs zu wischen, sondern Tausende Musikdateien auf der eigenen Festplatte zu speichern.

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Im Februar 2001 war es dann soweit: Jon Rubinstein entdeckt in Japan das letzte fehlende Puzzle-Teil für den Apple-Musikplayer. Während einer Führung bei Toshiba zeigten ihm die Ingenieure eine ungewöhnliche Festplatte mit nur 1,8 Zoll Durchmesser. Rubinstein erinnert sich, dass die Japaner bei der Führung zugegeben haben, sie hätten nicht gewusst, wo man eine derartige Festplatte einsetzen konnte. Danach ging alles wie geschmiert: Steve Jobs unterschrieb fast blind einen Scheck in Höhe von 10 Mio. US-Dollar, so dass Rubinstein gleich die Festplatten von Toshiba aufkaufen konnte. Die restlichen Komponenten des neuen Players hatte man bereits bei Apple, die musste man nur noch an die kleinere Schachtel und neue Bedingungen wie zum Beispiel Tragen in der Hosentasche anpassen. Pünktlich zu dem Weihnachtssaison 2001 startete man den neuen Player namens iPod .

Im Rückblick wundert sich manch einer, warum der kleine MP3-Player von Apple so erfolgreich war: Weder war die Idee besonders neu, noch ist Apple dafür bekannt, seine Produkte für einen Apfel und ein Ei anzubieten. Das erste iPod kostete rund 400 US-Dollar, doch er konnte damals entscheidend mehr als die vorhandene Konkurrenz: Der Player brachte 5 GB Speicherplatz mit, auf die Festplatte passten so 1000 Songs. Sein nächster Konkurrent – der Player Nomad Jukebox von Creative – hatte die gleiche Speicherkapazität, doch unter ungünstigen Bedingungen war die Batterie des Nomad schon in 45 Minuten leer. Apple lernte von fremden Fehlern und hatte in den iPod eine Batterie eingebaut, die bis zu 10 Stunden Spielzeit versprach. Dabei erzählt Rubinstein von einem kleinen Trick: Der Player greift nicht ständig auf die Festplatte zu, sondern speichert einige Lieder im Cache, so wird die Energie für die unnötigen Umdrehungen der Festplatte nicht aufgebraucht, erst wenn die Lieder aus dem Cache fast bis zu Ende gespielt sind, startet die Festplatte und lädt die nächste Portion der Tracks in den temporären Speicher. Noch einen Fehler Nomads hatten die Apple-Entwickler unter Jon Rubinstein vermieden: Statt eines USB-Anschluss baute man die eigenen Schnittstelle Firewire. Tausend Songs wanderten so in 10 Minuten auf den iPod, beim Nomad mit der USB-Schnittstelle hatte man dafür 5 Stunden gebraucht.

In seiner Karriere nach Apple landete Rubinstein bei Palm und versuchte, eines der Erfolgsgeheimnisse des iPod/iTunes-Universums zu kopieren. Apple legte aber stets Updates für iTunes nach, die eine Synchronisierung der Palm-Geräte, die Rubinsteins Ingenieure ausgeheckt hatten, wieder unterbanden. Mit Palm und dem bis dahin entwickelten mobilen Betriebssystem WebOS wechselte Rubinstein zu HP, das WebOS jedoch Mitte 2011 einstellte. Im Januar 2012 nahm Rubinstein bei HP seinen Hut .

Und nun zur heutigen Frage

Der erste iPod brachte nicht nur 5 GB Speicherplatz, lange Laufzeiten und Firewire als Schnittstelle, sondern ein neues Bedienelement. Was war das genau:

  1. Eine Maus

  2. Ein Touchscreen

  3. Ein Click Wheel

Wenn Sie die Antwort wissen, tragen Sie diese in unser Gewinnspielformular ein , das am 18.12. bis um 23.59 Uhr geöffnet ist.

 

 

 

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